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Turandot - UNISONO.co.at

Volksoper

Turandot

„Nessun dorma“ - eine der berühmtesten Tenorarien erklingt wieder in der Volksoper. Die wunderbare Inszenierung aus dem Jahre 2006 von Renaud Doucet mit der märchenhaft schönen Ausstattung von André Barbe wird im Februar/März 2014 wieder aufgenommen und bietet uns die Gelegenheit, den weltberühmten Tenor Neil Shicoff in der für Ihn neuen Rolle des „Calaf“ zu erleben. Ihm zur Seite singt die junge koreanische Sopranistin Jee Hye Han, die zu den führenden dramatischen Sängerinnen ihrer Generation zählt, die Titelrolle und als Liu ist unsere bewährte Kristiane Kaiser zu hören. Wir erinnern uns alle mit Wehmut, als der im Vorjahr verstorbene Kammersänger Peter Minich zuletzt noch in der Saison 2008/09 als „Kaiser Altoum“ auf der Bühne der Volksoper stand.

„Turandot“, Puccinis letzte Oper, basiert auf einem Märchenstück von Carlo Gozzi, das auf einer Erzählung aus der persischen Märchensammlung „Tausendundein Tag“ beruht. Turandot ist eine persische Prinzessin, die nur jenen Brautwerber heiraten will, der ihre drei Rätsel löst. Löst er sie nicht, wird er geköpft. Da eine Ahnfrau von ihr schlechte Erfahrungen mit den Männern machte, will Turandot vom männlichen Geschlecht nichts wissen und wehrt so alle Heiratsversuche ab. Nun verliebt sich aber Prinz Calaf in sie und löst souverän,die ihm gestellten Rätsel. Turandot ist entsetzt, aber der Kaiser entscheidet, dass sie ihr Wort halten muss. Unvernünftig, wie Verliebte nun einmal sind, bietet Calaf der Prinzessin jedoch an, freiwillig den Tod zu wählen, wenn sie bis Sonnenaufgang herausfindet, wie er heißt. Andernfalls muss sie seine Frau werden. Da die Prinzessin nun anordnet, dass in dieser Nacht keiner schlafen dürfe, um seinen Namen herauszufinden, hat der Tenor nun endlich Gelegenheit, seine große Arie „Nessun dorma“ (Keiner schlafe) zu singen. Wie es das Schicksal (bzw. das Opernlibretto) so will, befindet sich unter den Volksmassen auch der flüchtige Tartarenkönig Timur, der Calafs Vater ist, mit der Sklavin Liu, die den Prinzen von früher kennt und selber liebt. Sie werden gefangen genommen und Liu behauptet, dass nur sie den Namen des Fremden kennt. Aber selbst unter Androhung der Folter ist sie nicht bereit, ihn zu nennen. Auf Turandots Frage, woher diese Widerstandskraft kommt, antwortet sie, es sei die Liebe, die auch Turandot noch kennen lernen werde. Und um den Namen nicht zu verraten, erdolcht sie sich selber.

Bis hierher hat Puccini diese Oper komponiert. Es ist nicht gewiss, ob der Tod Puccinis die Vollendung der Partitur verhinderte, oder ob Puccini einfach selbst nicht wusste, wie er nach der selbstlosen Liebe der Liu den Wandel der „vom Eis umgürteten“ Turandot zur liebenden Frau darstellen sollte. Die Handlung geht nämlich so weiter, dass Calaf selbst seinen Namen preisgibt und Turandot, die nun doch erkennt, was Liebe ist, vor dem Kaiser verkündet, der Name sie „Liebe“ und unter dem allgemeinen Jubel des Volkes werden beide ein Paar - und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute.

Um das fernöstliche Kolorit in der Musik erklingen zu lassen, zitiert Puccini einige Melodienfolgen aus chinesischen Spieldosen. Für die musikalische Gestaltung der Liu komponierte Puccini berührende und zu Herzen gehende Melodien, wie wir sie auch bei seinen anderen Frauengestalten aus
„Butterfly“, „Tosca“ und „La Bohème“ kennen.

Da, wie schon erwähnt, die Oper unvollendet blieb, wird heute zumeist das vom Komponisten Franco Alfano aus Melodien Puccinis zusammengestellte Finale aufgeführt. Und so können wir dieses Werk auch in der Volksoper erleben.

Die Uraufführung von Turandot fand erst eineinhalb Jahre nach Puccinis Tod an der Mailänder Scala statt und war lange Zeit nicht so häufig auf den Spielplänen zu finden wie seine früheren Opern. Mittlerweile hat sich das Werk aber auf den Opernbühnen der ganzen Welt durchgesetzt und kann vielleicht sogar als seine reifste Leistung bezeichnet werden.
(zdi)

Wiederaufnahme: Spielzeit 2013/2014

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