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Peter Matic - UNISONO.co.at

Zur Person

„Hallo, ich bin nicht Dein Fernseher!“

Wir leben heute in einer Zeit, in der Ausbildung das wichtigste Fundament für eine erfolgreiche Karriere darstellt. Da ist eine Eliteschule oder ein Studienplatz an einer traditionsreichen Universität, schon ein Tor in eine vielversprechende berufliche Zukunft. Das gilt für gängige Berufe ebenso, wie für künstlerische. Bestes Beispiel ist hierfür der Beruf des Schauspielers. Renommierte Schauspielschulen wie die von Lee Strasberg, die Royal Academy of Dramatic Art oder das legendäre Reinhardt-Seminar, sind Ziel vieler angehender Mimen.

Aber was passiert, wenn dieser angehende Schauspieler nicht angenommen wird? Bedeutet das automatisch das „Karriere-Aus“? Keinesfalls! Eindrucksvolles Beispiel dafür ist zweifelsohne Kammerschauspieler Peter Matic. Der am 24. März 1937 in Wien geborene Spross einer k.u.k Offiziers-Dynastie - sogar ein Feldmarschallleutnant (Dienstgrad zwischen General und Feldmarschall) findet sich im Stammbaum des Zöglings des humanistischen Gymnasiums in Salzburg - ließ sich nach der Ablehnung am Reinhardt-Seminar, von seinem Berufswunsch die Theaterwelt zu „erobern“, nicht abbringen. Neben einem Studium der Theaterwissenschaften - seine Doktorarbeit „lagert“ bis heute in einer Schublade - besuchte Matic die Schauspielschule Krauss. Eine weitere Lehrerin und Mentorin des späteren Burgschauspielers war auch Dorothea Neff, welcher er bis zu den letzten Minuten ihres Lebens freundschaftlich verbunden blieb.

Nach abgeschlossener Ausbildung debütierte Matic am Theater in der Josefstadt in Wien. Das dortige Festengagement von 1960 bis 1968, unterbrach der junge Mime schon zum damaligen Zeitpunkt, um für Kino und Fernsehen zu arbeiten. Das damals noch in den „Kinderschuhen“ steckende Medium TV, erinnert den später vielfach ausgezeichneten Akteur an seine Anfänge als Testimonial für Schwechater Bier. Ein Spot, in welchem er mit seiner Fernseh-Ehefrau Reklame für den Gerstensaft machte, amüsiert Matic bis heute. Denn als der seit 1965 verheiratete Künstler, eines Tages mit seiner echten Angetrauten von einem Passanten überrascht wurde, meinte dieser nur: „Das ist aber nicht ihre Frau!“ Diesbezüglich konnte man damals also nicht ausrufen: „Recht hat er!“ Dies blieb aber der einzige Ausflug des späteren Kammerschauspielers in die Werbung.

Von 1968 bis 1971 pendelte Matic zwischen Wien und Basel. 1972 wechselte er nach München, um eben einmal „kurz“ in Horvaths Uraufführung von „Sladek und die schwarze Armee“, Sternheims „Die Hose“ (Rolle des „Mandelstam“) und Hochhuts „Die Hebamme“, sein können unter Beweis zu stellen. Der Gesangsunterricht, welchen Matiægemeinsam mit Michael Heltau und Heinz Zednik als Mitstudierenden erhielt, sollte ihm bei seinem späteren Engagement am Berliner Schiller-Theater noch zu Gute kommen. Sein Debüt in der damals noch geteilten Weltstadt, gab er als „Alpenkönig“ in Ferdinand Raimunds „Alpenkönig und Menschenfeind“. Ein Part mit viel Gesang!

Parallel spielte Matic in vielen Film- und Fernsehrollen, wie zum Beispiel „Kara Ben Nemsi“ (1972), „Jeder stribt für sich allein“ (1975) oder die für das deutsche Fernsehen unerlässliche TV-Reihe „Tatort“. Prominente Wegbegleiter: Karl-Michael Vogler („Kara Ben Nemsi“), Hansjörg Felmy („Tatort“) aber auch Harald Juhnke („Sigi, der Straßenfeger“). Kein Geheimnis macht der Träger des „Albin-Skoda-Ringes“ aus der Tatsache, der Bühne immer den Vorzug gegeben zu haben. Trotzdem freut es das Publikum den berühmten Mimen in so charismatischen Rollen, wie der, des österreichischen Generals Zehner, in dem Dokumentarspielfilm „Ein General gegen Hitler - Wilhelm Zehner“ (2008), sehen zu können.

Den meisten Menschen ist Matic, der seit 1994 fixes Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters ist, aber durch seine Stimme bekannt. Seit 1982 leiht der Burgschauspieler, welcher auch Hörbücher („Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ von Marcel Proust) aufnimmt, dem britischen Filmschauspieler Ben Kingsley („Ghandi“, 1982; „Schindlers Liste“, 1993) die deutsche Sprechstimme. Darauf angesprochen, wie man denn als Wiener deutscher Synchronsprecher wird, antwortet Matic: „Nun die suchten für Ben Kingsley, welcher ja multi-ethnischer Herkunft ist, einen deutschen Sprecher mit anderer Sprachfärbung. Da passte natürlich mein wienerischer Akzent.“

Dem Volksopern-Publikum ist Matic seit der Direktion Berger bekannt. Als Haushofmeister in
„Ariadne auf Naxos“, Pickering in „My Fair Lady“ oder als Fürst Lippert-Weylersheim in der „Csárdásfürstin“, hat Matiæ- nicht erst seit der Volksoper (!) - eine enge Bindung zum Musiktheater. Mit seinem nunmehrigen „Chef“ Robert Meyer, spielte er bereits am Burgtheater die Rolle des Mars in „Orpheus in der Unterwelt“.

Wer so viel macht, den braucht es auch nicht zu wundern, wenn einem die eine oder andere Arbeit „angedichtet“ wird. So wurde Matic dereinst von Fritz Muliar angerufen, der fragte ob er (Matic) der Sprecher des Werbespots für die GIS-Reklame (Rundfunkgebühren - „Hallo, ich bin Dein Fernseher!“) wäre. Fast verzweifelt betont er bis heute: „Ich war’s wirklich nicht!“ Das wollen wir Peter „The Voice“ Matic gerne glauben, und freuen uns umso mehr, den beliebten Schauspieler baldigst wieder auf der Bühne und im TV zu sehen. Denn Matic gehört nicht nur gehört, sondern auch gesehen! (pa)

Beitrag: Spielzeit 2011/2012

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