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Oscar Straus - UNISONO.co.at

Komponisten

„Was werden sie machen, Mr. Straus?“

Im gleichen Jahr und Monat, wie Franz Lehár - nämlich am 06. April 1870 - wurde Oscar Straus(s) in Wien geboren. Als Sohn des jüdischen Bankiers, änderte er später seinen Nachnamen in Straus, um Verwechslungen mit der berühmten Walzerdynastie zu vermeiden. Schon als Baby wurde ihm in die Wiege gelegt, was er zu werden habe. Sein Großvater war reich und führte ein großes Haus, jedoch wollte Oscar Straus weder Kaufmann noch Bankier werden. Ebenso kein Mitglied der Erwerbsgesellschaft. Offensichtlich hat der junge Oscar inmitten der wirtschaftlichen Turbulenzen (Börsenkrach mit all seinen Erscheinungen), die Maxime entwickelt, „Geld kann nicht so wichtig sein“. Je älter er wurde, desto deutlicher zeichnete sich ab, dass er kein Kaufmann werden wollte. Er war als Schüler sehr begabt, jedoch mäßig interessiert, zumal ihn anderes faszinierte. Dies war die Musik, die von Strauß-Dynastie in der Residenzstadt Wien geprägt war. In dieser Zeit erhielt das Musikleben laufend Impulse, wie zum Beispiel Anton Bruckner, der aus Oberösterreich nach Wien kam oder Johannes Brahms, welcher zurückkehrte.

Dieses pulsierende Kulturleben zog den heranwachsenden Oscar Straus immer mehr in seinen Bann. Bald sprach es sich in seiner Familie herum, dass Oscar Musiker wird. Bei einem Musik-Professor nahm er Unterricht. In der Folge entstanden erste Skizzen von Kompositionen und Liedern, die bei Konzerten und Gesellschaften aufgeführt wurden. Der Versuch bei Johannes Brahms Musikunterrich zu nehmen scheiterte, zumal Brahms absolut unzugänglich war. Oscar Straus war ein temperamentvoller Mensch und Künstler. Seine erste Ehe mit der Geigerin Nelly Neumann, entsprach nicht den sittenstrengen Vorstellungen der Großfamilie. Sehr bald kam sein erster Sohn zur Welt, und wurde wie sein Großvater Louis genannt.

Mit seinen ersten Werken, konnte Straus nicht reüssieren. Erfolge blieben aus. Jedoch als Kapellmeister schien es zu klappen und beruflich aufwärts zu gehen. Er lernte aus dieser Tätigkeit viel für sein weiteres Leben. Sein Wirken im Sudetenland wurde durch massive antisemitische Kampagnen negativ beeinflusst. Ein Engagement in Mainz folgte. Zwischenzeitig in Wien, spielte er Johann-Strauß-Kompositionen und Walzer vor.
Johann Stauß hörte sich alles an, und bemerkte: „Spielen sie keine schweren Symphonien, sondern Walzermusik. Dazu haben sie wirklich Talent.“ Kurz nach dieser Begegnung, starb Johann Strauß und auch die anderen großen Meister des goldenen Zeitalters der Operette, waren tot.

Neue Wege im angebrochenen 20. Jahrhundert, waren gefragt und gewünscht. Oscar Straus schlug einen dieser ein, und mit hat damit anderen Musikern und Liberettisten erfolgreich den Weg geebnet. Unter anderem entstand die burleske Operette „Die lustigen Nibelungen“ und 1907 „Ein Walzertraum“. Hunderte Aufführungen folgten, und auch im Ausland spielte man dieses Werk mit großem Erfolg. Der Triumph des „Walzertraums“ bewirkte, dass Straus als ein typischer Wiener Komponist klassifiziert wurde. „The Chocolate Soldiers“ als amerikanische Version „Der tapfere Soldat“ entstand, sowie etliche Opern, Operetten, Singspiele und Filmmusik.

Nach dem Anschluss Österreichs musste Oscar Straus emigrieren. Zunächst nach Paris, dann nach New York und Hollywood. Angekommen in New York gab es ein Pressegespräch. Viele Fragen wurden von den zahlreich erschienenen Reportern gestellt. „Was werden sie machen Mr. Straus?“, fragte einer der Journalisten, da zu diesem Zeitpunkt auf einer New Yorker Bühne „The Chocolate Soldier“ gespielt wurde. Solcher Art Fragen kann man keineswegs als sachkundig bezeichnen. Wenig kompetent ging es weiter: „Wann haben sie „An der schönen blauen Donau“ komponiert oder „Warum wird im „Rosenkavalier“ eine silberne und keine goldene Rose überreicht?“ Geduldig ließ er die unqualifizierten Fragen über sich ergehen, und versuchte die Schar der unwissenden Fragesteller aufzuklären. Zu dieser Zeit waren unzählige Künstler, Schriftsteller und Komponisten in Amerika tätig. Manche waren nicht sehr erfolgreich, andere -wie auch Oscar Straus - konnten sich gut etablieren, und ihre künstlerischen Talente vermarkten. Viele Lieder und Musikstücke in amerikanischen Filmen entstanden durch das Mitwirken von Oscar Straus. Zu Kriegsende war Oscar Straus so gut mit Konzerttourneen und anderen Verpflichtungen beschäftigt, sodass er nicht sofort nach Europa zurückkehrte. Wieder in Österreich wurde ihm im Jahr 1950, der Ehrenring der Stadt Wien überreicht.

Auch in seinen späteren Lebensjahren, arbeitete Oscar Straus, und schrieb noch zu erfolgreichen Filmen seine wunderbare Musik. Viele Bühnen brachten wieder seine bekannten Operetten, der Rundfunk seine Lieder und Musikstücke, die namhafte Sänger und Schauspieler interpretierten. Die Wiener Volksoper zeigte den „Walzertraum“ in glanzvoller Besetzung mit Hubert Marischka, Renate Holm und Erich Kunz. Jetzt im Juni spielt die Volksoper einige Male „Die lustigen Nibelungen“.

Viele seiner Kompositionen würde man gerne wieder hören, denn seine Werke haben Rhythmus, Eleganz, Witz und Stil, sodass sie auch internationale Beachtung erfahren haben. Oscar Straus verstarb am 11. Jänner 1954 in Bad Ischl, wo sich auch seine letzte Ruhestätte befindet.
(ra)

Beitrag: Juni 2011

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