UNISONO.co.at


Direkt zum Seiteninhalt

Morten Frank Larsen - UNISONO.co.at

Zur Person

Vom Smörrebröd zum Bruckfleisch

Erinnern Sie sich eigentlich noch an den dänischen Koch in der Muppet Show, der in der deutsch synchronisierten Fassung immer mit folgendem Lied seinen Auftritt hatte: ‚Smörrebröd, Smörrebröd röm, pöm, pöm, pöm …‘ Tja, um einen dänischen Koch geht es hier zwar nicht, aber um einen singenden Dänen.

Star-Bariton
Morten Frank Larsen ist sicher einer der eindrucksvollsten Künstler, welche die österreichische aber auch die internationale Opernwelt zu bieten hat. Der im dänischen Jütland geborene Sänger, hatte schon früh Bezug zur Musik. Zuerst im Schulchor und später in einer Rockband, welche überwiegend Heavy Metal zum Besten gab, startete Larsen zunächst einen Prozess der persönlichen und beruflichen Selbstfindung. Gleich nach der Matura und dem Absolvieren der Wehrpflicht, ging der spätere „Parade-Graf“ der Wiener Volksoper nach Schottland, um dort Behinderte zu betreuen.

Mit 21 Jahren begann Larsen sein Gesangsstudium in Aarhus, und beendet es die letzten drei Jahre davon in Kopenhagen. Sein Hauptfach: Oper. Sein Debüt feierte der junge Künstler an der Sommeroper in Aarhus mit Benjamin Brittens „The Rape of Lucretia“ in der Rolle des „Tarquinius“. Es folgten einige Jahre als „Freelancer“ in Dänemark. Den ersten Kontakt zu Österreich hatte Larsen im Jahr 1996, als er in Salzburg in einer Produktion von „Der Hochzeit des Figaro“ mitwirkte. Es folgten weitere Engagements in Deutschland, wie Mozarts „Don Giovanni“ in Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt, bevor Larsen 1997 ein dreijähriges Engagement am Staatstheater Braunschweig annahm. Bereits dort zeichnete sich ein bestimmtes „Muster“ ab. Die Rolle des „Eisenstein“ in der „Fledermaus“, der „Graf Danilo“ in Franz Lehárs Operette „Die lustige Witwe“ aber auch Opernpartien, wie die, des „Eugen Onegin“ in der gleichnamigen Oper von Pjotr Illjitsch Tschaikowski, ließen bereits damals erahnen, welche große musikalische Bandbreite in dem dänischen Eyecatcher steckt.

Niels Muus, Dirigent und Landsmann von Larsen, holte ihn dann im Jahr 2000 quasi als „Retter in der Not“ an die Wiener Volksoper. Ausgerechnet im „Strauß-Mekka“ Wien, fehlte es an einem „Eisenstein“ in der „Fledermaus“. Nach einer „Vorstellungs-Vorstellung“ (Anm.: Eigendefinition), ging es für den „Spielbariton“ bereits in seiner ersten Saison im Haus am Währinger Gürtel „heiß“ her. Ob „Don Pasquale“ von Gaetano Donizetti, „Die Fledermaus“ von Johann Strauß, „Die lustigen Weiber von Windsor“ von Otto Nicolai oder „Der Liebestrank“ ebenfalls von Gaetano Donizetti, war der attraktive Däne aus der Wiener Opernszene nicht mehr wegzudenken.

Aber auch an der Wiener Staatsoper reüssiert Larsen unter anderem in Jules Massenets „Werther“ neben „Operngroßkalibern“ wie Neil Shicoff. Die französische Sprache bezeichnet er übrigens als seine Lieblingssprache, da sie - seiner Meinung nach - gesungen am schönsten klingt. Seine Lieblingspartie im Haus am Ring, Claude Debussys „Pelléas et Mélisande“ (die Rolle des „Pelléas“, eine Tenorpartie), demonstriert den großen stimmlichen Umfang des Skandinaviers.

International startete Larsen ebenfalls durch. Engagements in Graz, Zürich, Kopenhagen, Berlin und last but not least in New York an der Metropolitan Opera (Larsen sang im Frühjahr 2011 neben Renée Fleming die Rolle des „Grafen“ in Richard Strauss‘ Oper „Capriccio“), machen aus Larsen einen Getriebenen seines Erfolges. Angesprochen auf eventuelle Nervosität, antwortet er nur: „Da bleibt keine Zeit dafür! Wenn überhaupt, gibt es da nur eine gewisse Anspannung bei den Proben.“ Er selbst bezeichnet sich als „Arbeitspferd“, und ist mit sich selbst nie zufrieden. Daher geht der Sänger erstaunlich locker mit Kritik um. Der Künstler, der bereits in über 60 Rollen auf der Bühne stand, ist auch in Zukunft stark im „Einsatz“! Allein an der Volksoper, kann man den Bariton in Richard Strauss‘ Oper „Salome“, Ruggero Leoncavallos veristischer Oper „Pagliacci“ („Der Bajazzo“) oder in Leonard Bernsteins Comic Operetta „Candide“, noch diese Spielzeit bewundern. Dazu kommen auch noch eine Vielzahl weiterer Partien, welche den „Parade-Grafen“ („Graf Danilo“ in der „Lustigen Witwe“, „Der Graf“ in „Capriccio“ oder „Der Graf von Luxemburg“) nahezu zu 100 Prozent auslasten. Im kommenden Jahr, folgt dann noch Wagners „Tristan und Isolde“ in seiner dänischen Heimat in Aarhus.

Privat ist der verheiratete Träger der „Eberhard-Waechter-Medaille“, ein absoluter Familienmensch. Der Vater von drei Kindern, genießt gutes Essen und macht während der Sommermonate Urlaub in seiner dänischen Heimat. Dies bevorzugt an seinem geliebten Meer, denn die „große Hitze“ braucht er nicht. Fragt man ihn nach seinem Lieblingsessen, bekommt man dann schon mal eine kleine Lehrstunde in Sachen dänische Küche: „Ein Smörrebröd. Das ist ein belegtes Butterbrot mit geräuchertem Hering, Eigelb, Zwiebelringen und Schnittlauch. Dazu natürlich ein Glas Aquavit!“ Angesprochen auf die österreichisch Küche, antwortet Larsen: „Na, ein Bruckfleisch natürlich!“ Deftig, lieber Morten! Aber ursympathisch! So gesprochen, endete unser Gespräch, und Larsen schwingt sich auf sein Fahrrad zu Proben in Richtung Volksoper. „God arbejdslyst, Morten!“ (pa)

Beitrag: Spielzeit 2011/2012

Start | Über uns | Volksoper | Staatsoper | Zur Person | Komponisten | Events | Film & TV | Thema | Reise | Galerie | Impressum | Sitemap


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü