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Madame Pompadour - UNISONO.co.at

Volksoper

Hosen runter für Madame!

Dass es der holden Weiblichkeit schwer fällt klare Ansagen zu befolgen, ist bekannt. Nicht nachvollziehbar ist hingegen, wenn Männer damit Schwierigkeiten haben. Warum ich mich darauf versteife, dass sowohl Männlein und Weiblein „Befehlen“ gehorchen sollten, erläutere ich später. Oder vielleicht sollte ich sagen: Sie werden noch „unterwiesen“.

Als letzte Premiere der Spielzeit 2011/2012 an der Volksoper Wien, setzt die Leitung des Hauses auf Leo Falls Operette
„Madame Pompadour“. Absolut zu Recht! Denn dieser Klassiker der „silbernen Operette“, garantiert ob der vielen Frivolitäten und Anzüglichkeiten (und auch „Auszüglichkeiten“), absoluten Theaterspaß!

Die „Marquise de Pompadour“, infolge nur mehr als „Madame Pompadour“ bezeichnet, ist die „Hofdame“ von Frankreichs König Ludwig XV. Soll heißen, dass der König (herrlich Kammersänger Heinz Zednik) öfters gerne „a nette halbe Stunde“ mit seiner Mätresse, der „Pompadour“ (gesanglich und darstellerisch konkurrenzlos Annette Dasch) verbringt. Problematisch wird es dabei nur, wenn die Pompadour wegen der Klapprigkeit seiner Majestät, vom markgräflichen Stangenfieber heimgesucht wird. Dann begibt sich die „Madame“ nämlich unter das Fußvolk, um dort ein „hartes Stück Holz“, in diesem Fall in Gestalt von „René“ (sehr gehorsam Mirko Roschkowski), zu ergattern.

Begleitet wird sie dabei von „Belotte“ ihrer Kammerzofe
(nicht minder sexy Beate Ritter), welche ihrerseits bereits ein Auge auf den frechen Dichter „Joseph Calicot“ (megagenial Boris Pfeifer) geworfen hat. Der hat aber nichts anderes im Kopf, als die „Hure des Königs“ permanent zu verspotten. Und so nehmen die Dinge ihren Lauf.

Der für Bühnenbild, Kostüme und Regie verantwortliche Hinrich Horstkotte, liefert mit seiner frechen Interpretation des Operetten-Klassikers „Madame Pompadour“, ein Meisterwerk und einen „Blockbuster“ für das Haus am Währinger Gürtel ab. Das Dirigat von Andreas Schüller ist bombig und passt zum gesamten Konzept. Besonders „geil“ ist bereits zu Beginn die Videoanimation, die das gemalte Bild der Pompadour schrittweise zeichnen lässt.

Annette Dasch besticht durch mannstolle Sinnlichkeit, welche sie dann auch prompt an „Joseph Calicot“ (great Boris Pfeifer) taktisch auslässt. Dieser weiß sich nur durch Flucht in eine Kiste zu retten. Dies mit den Worten: „Besser freiwillig erstickt, als unfreiwillig gef… gevierteilt!“ Das Lied „Joseph, ach Joseph, was bist du so keusch?“ und die so dargebotene Szenerie, markieren einen Meilenstein in der Geschichte der Operette an der Volksoper Wien. Selten gab es so viel Komik, gepaart mit Erotik an einem Haus, dass erst seit der Direktion Meyer weiß, was Modernität und Sexappeal bedeuten. Besonders witzig ist die Ar(s)chitektur des Gardeleutnants, welchen „Madame“ am Ende zwecks Regelung des Hormonhaushaltes ins Schlafgemach ordert. Na ja, Befehl ist Befehl. Wir Männer gehorchen da (!) gerne! Aber wie sieht es da mit den Damen aus?

Fazit: Eine absolut lustige, stimmige und frivole Inszenierung, die der Volksoper auch in der kommenden Saison volle Kassen bescheren sollte. In keinem Fall etwas für Beckmesser und Gemüter mit verstaubter Prüderie! (pa)

Premiere: Spielzeit 2011/2012

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