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Leo Fall - UNISONO.co.at

Komponisten

Leo Fall

Einige seiner Werke gehören zum Trefflichsten, was die nachklassische Epoche der Wiener Operette hervorgebracht hat. Eleganz, Frische und Noblesse im musikalischen Ausdruck sind seinen Werken eigen. Er war einer, der seine Melodien suchen musste, und es zeigen seine vielseitigen musikalischen Schöpfungen vom Wiener Walzer bis zum modernen Schlager und Jazz, sein künstlerisches Potenzial.

Leo Fall wurde am 02. Februar 1873 als Sohn eines mährischen Militärkapellmeisters in Olmütz geboren. Bereits mit fünf Jahren lernte der hochbegabte Leo das Violinspiel, und besuchte mit 14 Jahren das Konservatorium in Wien. Während seines Studiums gab es auch die ersten Begegnungen mit den arrivierten Meistern der silbernen Operette. Er spielte mit Lehár als Geiger in der Militärkapelle von Lehárs Vater. Aber auch Leo Ascher, Edmund Eysler und Oscar Straus waren Weggefährten. Fall wohnte im Hause der Eltern von Oscar Straus, und hatte mit dem jungen Robert Stolz eine lebenslange Bekanntschaft. Robert Stolz setzte sich zeitlebens für Leo Fall ein, und dirigierte die Uraufführung vom „Fidelen Bauer“.

Nach seinem Studium ging Fall gemeinsam mit seinem Vater nach Berlin, und wirkte dort, wie auch in Hamburg und Köln, als Kapellmeister. So wie auch andere Operetten-Komponisten vor ihm, versuchte er sein Glück als Komponist von ernster Musik. Nach einem Durchfall wandte er sich vorwiegend der Operette zu. Seinen ersten großen Erfolg erzielte er 1907 mit der Operette „Der fidele Bauer“. In der Volksoper gab es 1997 eine sehr schöne und erfolgreiche Produktion, mit Peter Minich als „Fidelen Bauer“. Es folgte „Die Dollarprinzessin“ 1907 in Wien. Seine Operette „Die geschiedene Frau“, uraufgeführt 1908, wurde später mit Marika Rökk und Johannes Heesters verfilmt.

Weitere Operetten, wie
„Brüderlein fein“ (1909) und „Der liebe Augustin“ (1912) entstanden. In den Jahren 1910 bis 1916 folgten weitere Werke, die nicht so bekannt sind. Ein großer Erfolg war 1916 „Die Rose von Stambul“. Auch diese Operette wurde 1953 verfilmt. Ab 1961 konnte man dieses Werk in der Volksoper sehen.

1922 fand in Berlin die Uraufführung einer seiner populärsten Operetten, nämlich
„Madame Pompadour“ statt. Es ist dies ein freches, charmantes und raffiniertes Werk, welches die sterbende Welt des Rokoko zeigt, und die kommende Revolution erahnen lässt. Kaiserin Maria Theresia, die aus diplomatischen Gründen und zum Wohle des Staates, mit der berüchtigten „Madame Pompadour“ persönlich korrespondierte, berührte die Historiker mitunter peinlich. Die fromme Kaiserin selbst, die zweimal täglich die Messe besuchte, hatte wahrscheinlich die wenigsten Skrupel. Sie wusste sicher, dass „Madame Pompadour“ nicht nur mitregierte, sondern König Ludwig XV. stark beeinflusste.

In der Neuproduktion der Volksoper Wien spielt Gerhard Ernst den Polizeiminister und Widerpart der Marquise de Pompadour. Der Volksopern-Liebling wird uns in dieser Charakterrolle der Intrigen und Bespitzelungen, sicher viel Vergnügen bereiten.

Leo Fall, dessen Werke von den Nationalsozialisten verboten wurden, feierte nach dem Krieg bis in die jetzige Zeit ein Comeback. Nach einer umjubelten Konzerttournee in Südamerika, verstarb Leo Fall, viel zu früh, am 16. September 1925 in Wien.
(ra)

Beitrag: Juni 2012

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