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Kultur-Talk 2014 - UNISONO.co.at

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2. Casinos Austria Kultur Talk

Einhelliges Bekenntnis zur Leermedienabgabe

Im Rahmen des zweiten Casinos Austria Kultur Talks lud
Vorstandsdirektor Dietmar Hoscher am 07. Mai 2014 zu einer hochkarätig besetzten Diskussions-Soiree ins Café des Wiener Justizpalastes.

Kulturexperten diskutierten über praktikable Lösungen für heimische Kunst- und Kulturszene

Dem Titel der Veranstaltung entsprechend - „
Für die Kunst leben, von der Kunst leben“ - bildete die aktuelle Situation von heimischen Künstlerinnen und Künstlern, im Spannungsfeld zwischen Urheberrecht, Leermedienabgabe und fairer Entlohnung, den Mittelpunkt der Gespräche.

Neben Kulturminister Josef Ostermayer und Interims-Burgtheater-Direktorin Karin Bergmann nahmen Paulus Hochgatterer, Schriftsteller und Kinderpsychiater, Thomas Gratzer, Direktor des Rabenhof-Theaters, Paul Hertel, Komponist sowie der Musiker Andy Baum am Podium Platz. Durch den Abend führte die ORF-Moderatorin und Autorin Clarissa Stadler. Mit einer kleinen Anekdote über ein Treffen mit Willi Resetarits brachte Vorstandsdirektor Hoscher zu Beginn die aktuellen Lebensumstände heimischer Kreativer auf den Punkt. „Jetzt stehst du ohnehin schon auf der Bühne und machst Musik - jetzt willst du auch noch Geld dafür“, hatte man damals zu Resetarits gesagt. Heute ist diese Situation künstlerischer Alltag. Geistiges und künstlerisches Eigentum sei ebenso schützenswert wie andere Vermögenswerte. Dafür aber, so Hoscher, „braucht es ein funktionierendes Urheberrecht und die Institutionalisierung einer fairen Abgabe für Künstlerinnen und Künstler.“

Für Casinos Austria sei ist die Förderung von Kunst und Kultur eine gesellschaftspolitische Verantwortung und seit jeher fester Bestandteil der Unternehmensphilosophie. „Viele langjährige Kooperationen in den Bereichen Musik, Theater, Museen und Literatur tragen diesem Umstand Rechnung und dienen nicht nur dem künstlerischen, sondern auch dem kulturpolitischen Diskurs“, betonte Hoscher.

Es besteht Konsens darüber, dass Kunst einen Wert hat und geistige Schöpfungen abzugelten sind.

Kulturminister Ostermayer hielt fest, dass in Deutschland bereits seit 2008 eine rechtskräftige Regelung in Kraft getreten sei und mittlerweile 21 von 28 EU-Mitgliedsstaaten eine Lösung wie die Festplattenabgabe gesetzlich verankert hätten. Nun sollen entsprechende Schritte auch in Österreich folgen.
„Es besteht Konsens darüber, dass Kunst einen Wert hat und geistige Schöpfungen abzugelten sind. Jetzt geht es darum, eine verfassungs- und EU-rechtlich kompatible Lösung zu Papier zu bringen“, so Ostermayer.

Inhaltlich gelte es, die Möglichkeiten einer adäquaten Abgeltung des Urheberrechts sowie die Definition der „Privatnutzung“ abzuklären. Zudem werde gerade intensiv an einer gesetzlichen Fixierung der jährlichen Filmförderung im Rahmen des Film- und Fernsehabkommens mit dem ORF in der Höhe von acht Millionen Euro gearbeitet. Und auch die Verbesserung der Bedingungen im Künstlersozialversicherungsfonds stehe auf seiner Agenda.

Leistungen benötigen finanzielle Abgeltung

Einigkeit herrschte auf dem Podium darüber, dass künstlerisches Schaffen einen ökonomischen Wert hat. Nicht nur aus dem Blickwinkel eines Schriftstellers, sondern auch als Psychiater ortete Paulus Hochgatterer eine Form von „Regression“ im Umgang mit Kunst -
„Wir erwarten uns, dass Kunst und Kultur selbstverständlich da sind, wenn wir sie brauchen und wollen. Dahinter steckt aber eine Leistung, und dafür braucht es eine finanzielle Abgeltung wie für jede andere Arbeit.“

Zwar setze langsam ein gesellschaftliches Umdenken ein, doch seien nach wie vor viele Kreative weiterhin mit prekären Beschäftigungsverhältnissen konfrontiert. „Es gibt gerade im Theaterbereich viele, durchaus auch prominente Fälle, die sich die Kunst des Schauspielens nur mehr dank eines Nebenjobs leisten können“, führte Rabenhof-Chef Thomas Gratzer aus. Auch Die interimistische Burgtheater-Direktorin Karin Bergmann schlug in dieselbe Kerbe: „Immer öfter kommt es zu temporären Arbeitsverträgen, das Ensemble kann nicht mehr ganzjährig beschäftigt werden.“

Andy Baum bekräftigte die Forderung der Kunstschaffenden nach einer Lösung des Leermedienabgabe-Streits. In den letzten Jahren habe sich die geltende Leerkassettenvergütung für die Gesellschaft der Autoren, Komponisten und Musikverleger (AKM) finanziell um mehr als die Hälfte verringert. Nun brauche es moderne, rechtliche Rahmenbedingungen. In Zeiten des allgegenwärtigen Internets wäre es ein Trugschluss zu glauben, dass Kunst kostenlos zu haben sei. „Auch hier ist absolut nichts gratis. Im Gegenteil: Es ist sehr viel Geld im Spiel, das aber vielfach nicht bei den Künstlerinnen und Künstlern ankommt“, verlieh Paul Hertel abschließend den Worten seines Vorredners Nachdruck.
(Casinos Austria)

Beitrag: Mai 2014

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