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Josef Bednarik - UNISONO.co.at

Zur Person

Vom Tuten und Blasen

Kennen Sie eigentlich den berühmten Theologen und Reformator Martin Luther? Na ja, natürlich! Der von dem der Ausspruch stammt: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders, …“ (Anm. d. Red.: Diese oft zitierte Version ist nicht belegt.). Nun ich möchte mich sicher nicht mit Luther vergleichen, aber falls jemand an meiner Überschrift zu diesem Artikel etwas auszusetzen hat, dann verweise ich mal auf diesen Satz!

Einmal von der Zweideutigkeit dieser Überschrift abgesehen, geht es in meinem folgenden Beitrag tatsächlich um jemanden, der von dieser Materie mehr als nur Ahnung hat.
Josef Bednarik ist nämlich erster Oboist im Orchester der Volksoper Wien. Der in Mödling geborene und in Perchtoldsdorf aufgewachsene Musiker, hatte schon in frühester Jugend Berührungspunkte zu Musik und Theater. Als Schüler der Chorschule der Sängerknaben vom Wienerwald, stand er bereits in mehreren Singspielen auf der Theaterbühne. Und während sein Bruder im Nebenzimmer Schallplatten (Anm. d. Red.: Tonträger, der zu Beginn der 1990er Jahre ausgestorben ist.) von allerlei Bands abspielte, hörte er selbst im Nebenzimmer Ö1 (Anm. d. Red.: Radiosender mit Schwerpunkt klassischer Musik und Nachrichten.).

Klarer Fall, dass Bednarik dessen Vater Posaunist im ORF-Orchester war, in vergleichbare berufliche Fußstapfen treten würde. Bereits mit 14 Jahren begann er Klarinette und später auch noch Trompete zu lernen. Mit 15 Jahren studierte der angehende Berufsmusiker dann an der Wiener Musikakademie sowie an der Hochschule für Musik Oboe. Darauf schloss er noch ein Kompositionsstudium an der Musikhochschule in Oberschützen an, welches er an der Musikhochschule in Graz mit Diplom beendete. Seit 1985 (Direktion Karl Dönch) ist Bednarik Mitglied des Orchesters der Volksoper Wien.

Schon im Gespräch mit dem Musiker, wird einem die enorme Begeisterungsfähigkeit und das technische Verständnis über sein Instrument offenkundig. Der Glanz in den Augen des inzwischen zum ersten Oboisten der Volksoper avancierten Künstlers, erklärt sich auch in seinen Ausführungen über den Erhalt der Wiener Oboe als unverzichtbares Instrument in vielen Bereichen der Musik. Bereits sein erster Lehrer Prof. Otto Kuttner wurde von seinem Lehrer in den 1950er Jahren mit den Worten ermahnt: „Bleib in Wien, sonst stirbt die Wiener Oboe aus!“

Dem entgegenzuwirken ist eine weitere Leidenschaft des Musikers. Als Obmann des Ende 1997 gegründeten Vereins „Gesellschaft der Freunde der Wiener Oboe“, kümmert sich Bednarik um das Bestehen und die Existenz der Wiener Oboe. Ferner ermöglicht die Gesellschaft die Vermietung der oftmals teuren und kostbaren Instrumente an Musikschulen.

Privat ist Josef „Pepi“ Bednarik, dessen Lebensmotto „Zu dem stehen, was man ist!“ lautet, mit der Sopranistin
Bernarda Bobro liiert. Sie liefert dem Komponisten Bednarik auch das erste Feedback über seine Kompositionen. Ebenfalls ist ihm der Erhalt von Eisenbahnen, wie der Kaltenleutgebner Bahn ein Anliegen, weshalb er sich auch hier stark engagiert!

Fragt man den Musiker, der unter anderen Lebensumständen gerne Lokomotivführer geworden wäre, nach witzigen Begebenheiten aus einem 27 Jahre dauernden Leben im Orchestergraben, erinnert sich Bednarik auch prompt an einen Lausbubenstreich: „Wir hatten damals Fasnenfedern, welche wir zum Reinigen der Oboen durch die Instrumente zogen. Mit so einer kitzelte ich einmal eine Kollegin aus dem Orchester. Weniger lustig fand das der Flötist, der fälschlicherweise verdächtigt wurde.“ Ich denke mir dabei nur: „Du saßest hier und konntest nicht anders!“ Tja, Luther hat eben immer Recht! (pa)

Beitrag: Spielzeit 2012/2013

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