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Johanna Arrouas - UNISONO.co.at

Zur Person

For Your Eyes Only

Es gibt wohl kaum einen Mann, der sich noch nie gewünscht hat, wie James Bond zu sein. Ich selbst schließe mich da auch nicht aus. Gesteigert wird dieser Wunsch immer dann, wenn ein neuer Film in die Kinos kommt, oder, wie dieses Jahr, zum 50-jährigen Jubiläum der Kino-Reihe. Ein wesentlicher Bestandteil jedes 007-Thrillers, sind die weiblichen Charaktere, welche meist nur als Bondgirls bezeichnet werden. Die schönsten Frauen der Kinogeschichte umgarnten den smarten Agenten ihrer Majestät. Dass mir eines Tages das Glück beschieden sein würde, einer vergleichbaren Traumfrau gegenübersitzen zu dürfen, hätte ich mir nie gedacht. Aber wie heißt es doch so schön: „Sag niemals nie!“

Johanna Arrouas wäre schon wegen der kosmopolitischen Konfiguration ihres Elternhauses (Vater französisch-marokkanischer Herkunft, Mutter aus dem Burgenland), prädestiniert für die große Kinoleinwand. Von ihrer umwerfenden Ausstrahlung und Optik einmal abgesehen. Allein schon die Schulbildung der jungen Künstlerin - Arrouas besuchte das Lycée Français de Vienne - hat etwas Außergewöhnliches an sich. Nach der Matura studierte sie zwei Semester Astronomie. Kein Wunder, da doch der Vater Physik und Chemie unterrichtet. Dieser allzu technische Griff nach den Sternen, schien dann aber doch nicht das geeignete Betätigungsfeld für die sonst eher musisch-humanistisch gebildete junge Frau zu sein.

Arrouas, die übrigens eine Zwillingsschwester und vier Halbgeschwister hat, trug sich am Konservatorium der Stadt Wien ein, und studierte fortan Chanson, Musical und Operette. Zur Musik hat die junge Künstlerin, welche auch heute noch aktiv Cello spielt, einen sehr intensiven Zugang:
„Musik kann für mich nur Hauptsache sein! Nie nebensächlich!“

Beruflich begann sie als Statistin im Chor des Burgtheaters und 2001 bei den Festspielen in Reichenau, wo sie erstmals vier Sätze in Thomas Manns „Der Zauberberg“ zu sprechen hatte. 2002 folgte dann die Rolle der „Chava“ in dem Erfolgsmusical „Anatevka“ am Kurtheater Bad Hall. Regie führte damals kein geringerer als Volksopern-Chefkomödiant Gerhard Ernst. 2003 wurde Arrouas fixes Ensemblemitglied der Wiener Josefstadt. Während ihrer Zeit am Sprechtheater war sie als „Malchen“ in Ferdinand Raimunds Zauberspiel „Der Alpenkönig und der Menschenfeind“, als „Jettchen“ in Nestroys „Mann, Frau, Kind oder Der Tod am Hochzeitstage“ oder als „Lucy“ in Bertold Brechts „Die Dreigroschenoper“ zu sehen. Bereits im Herbst 2004 trat Arrouas das erste Mal an der Volksoper auf, wo sie die Rolle der „Pepi“ in der Johann-Strauß- Operette „Wiener Blut“ verkörperte. Weitere Engagements führten Arrouas auch ans Metropol Wien sowie ans Stadttheater Baden.

Seit der Saison 2005/2006 ist die Künstlerin fixes Ensemblemitglied der Volksoper Wien. Die Vielzahl der Rollen, welche Johanna Arrouas seither gespielt hat, demonstriert ihre große darstellerische Bandbreite. Ob nun als „Maria“ oder „Liesl“ in dem Musical „The Sound of Music“, als „Anne“ in „La Cage aux folles“ („Ein Käfig voller Narren“), als „Pepi“ in „Wiener Blut“, als „Rosemarie“ in Emmerich Kálmáns Operette „Die Herzogin von Chicago“, als „Papagena“ in Mozarts Oper „Die Zauberflöte“, als „Hodel“ in „Anatevka“, als „Mi“ in Lehárs Operette „Das Land des Lächelns“, als „Hannchen“ in Eduard Künnekes Operette „Der Vetter aus Dingsda“, als „Sarah“ im Musical „Guys and Dolls“, als „Antonia“ in der Uraufführung der Pop-Oper „Antonia und der Reißteufel“ und natürlich (!) als Blumenmädchen „Eliza“ im Musical-Klassiker „My Fair Lady“, ist „La belle Jeanne“ (Anm.: Johanna Arrouas) beim Volksopernpublikum bestens bekannt und sehr beliebt. In der Spielzeit 2012/2013 ist Arrouas unter anderem als „Lois Lane“ (Bianca) in der Neuproduktion von Cole Porters Musical „Kiss me, Kate“ sowie in Paul Linckes Operette „Frau Luna“ an der Volksoper zu sehen.

Auf meine unvermeidliche Frage nach Pannen, hat die Künstlerin auch prompt einen Story bereit: „Es war eine Aufführung von „My Fair Lady“. Kurt Schreibmayer spielte den „Higgins“, und versuchte vor meinem Gesicht vergeblich eine Kerze zu entzünden. Als ihm das endlich gelang, stellte mir Kurt die im Skript vorgesehene Frage: ‚Siehst du die Kerze, Eliza?‘ Ich antwortete darauf nur: ‚Jetzt schon!‘ Die Folge waren allgemeines Gelächter von Darstellern und Publikum gepaart mit Applaus.“ Angesprochen auf die doch knisternde Erotik zwischen Boris Pfeifer und ihr in der Operette „Der Vetter aus Dingsda“, entgegnet mir Johanna Arrouas milde lächelnd: „Das war eine sehr anstrengende Szene und unsere Kostüme waren aus Leder. Da wir beide stark verschwitzt waren, war das sowas von unerotisch!“

Blickt man auf solche Erlebnisse zurück, wundert es einen nicht, dass Johanna Arrouas der Bühne den Vorzug gibt. „Ich bin ein reines Bühnenwesen!“, argumentiert die junge Sängerin, welche sich auch als „Tanz-Blufferin“ bezeichnet (Anm.: Arrouas ist sehr selbstkritisch, was ihre tänzerischen Fähigkeiten betrifft.), ihre Liebe zum Theater.

Privat ist der 1,70 Meter großen Naschkatze - Arrouas bäckt selbst gerne und besitzt sogar eine eigene Eismaschine - das Familienleben sehr wichtig.
„Meine beiden Ziehsöhne (Anm.: Aus der vorherigen Beziehung ihres Lebensgefährten.) müssen regelmäßig als Versuchskaninchen für meine Eiskreationen herhalten. Ich glaub‘ aber, denen schmeckt’s!“

Wenn sie dann einmal Zeit und Muße findet, liest die zweisprachig aufgewachsene Künstlerin bis zu sechs Bücher über einen Sommer oder geht begeistert ins Votiv-Kino, um sich dort Filme in Originalsprache anzusehen. Während sie mir das erzählt, fällt es mir immer noch schwer zu akzeptieren, dass eine Frau mit derart viel Klasse keine große Hollywood-Karriere anstrebt. Ihre eigene Definition eines gutgläubigen, positiv denkenden, humorvollen Menschen, kann ich nach diesem Gespräch nur unterstreichen.

Als Überschrift zu diesem Artikel, habe ich mir den Titel eines Sheena-Easton-Songs geborgt, der auch gleichzeitig der Originaltitel eines James-Bond-Filmes ist. Übersetzt bedeutet er „Für Sie persönlich“ oder „Für Dich ganz allein“. Toll, dass sich Johanna Arrouas Zeit für mich genommen hat! Und zwar für mich ganz allein!
(pa)

Beitrag: Spielzeit 2012/2013

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