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Johann Strauß - UNISONO.co.at

Komponisten

Infiziert vom Wiener Blut

‚Ich verehre ihn, als einen meiner genialsten Kollegen.‘ schrieb Verdi. ‚Wir Schriftsteller zeigen der Welt, wie elend sie ist. Er aber zeigt ihr, wie schön sie ist.‘ Émile Zola. Und Bertha von Suttner sagte, über den „Lustigen Krieg“ von Johann Strauß: ‚Es ist der einzige, gegen den ich nicht ankämpfe.‘

Apropos Krieg. Als der schreckliche Krieg 1945 zu Ende war, und in meiner Geburtsstadt Wiener Neustadt vieles zerstört war, blieb das Stadttheater - inmitten von Ruinen - bis auf kleinere Schäden, funktionsfähig. Die russische Besatzung und der damalige Bürgermeister, wollten und verlangten eine möglichst rasche Bespielung.
„Wiener Blut“ war eine der ersten Operetten-Aufführungen, und so konnte ich als knapp Zwölfjähriger, erstmalig dieses Meisterwerk auf einer Bühne erleben. Die leidgeprüfte Bevölkerung und auch ich waren sehr begeistert, und der Wunsch weitere Werke zu sehen, war enorm. In dieser schwierigen Nachkriegszeit, waren die Möglichkeiten begrenzt, aber die Filmindustrie begann über die Familie Strauß, Kinofilme zu drehen. Eine dieser österreichischen Produktionen war „Wien tanzt“, und zeigte die komplizierten Verhältnisse und Generationsprobleme der Familie Strauß auf.

Weltweit wurden auf Bühnen und in Konzertsälen Strauß-Melodien gespielt. Die Neujahrskonzerte werden rund um den Globus, als Kulturereignis mittels Rundfunk und Fernsehen gesendet. Man sollte aber auch jene Veranstaltungen und Aufführungen, die übers Jahr gezeigt werden, nicht als leichte Muse abtun. Ambroise Thomas sagte: ‚Johann Strauß schreibt Blumen.‘ Einige dieser Blumen werden leider nicht zum Blühen gebracht. Werke, wie zum Beispiel „Cagliostro in Wien“, „Das Spitzentuch der Königin“, „Indigo und die 40 Räuber“ und „Karneval in Rom“, sollten eine bühnenwirksame Bearbeitung erfahren, und unter Einbeziehung heutiger zeitgemäßer Dramaturgie, aufgeführt werden.

In dem Film „Burgtheater“, inszeniert von Willy Forst, bearbeitete der Komponist Peter Kreuder eine Polkamelodie von Johann Strauß. Das daraus folgende Lied „Sag zum Abschied leise servus“, wurde ein Weltschlager. Eine weitere Entlehnung aus einer Walzermelodie, diesmal von Strauß Vater, bearbeitete der Komponist Franz Grothe. Daraus entstand das schöne Lied „An der Donau, wenn der Wein blüht“. Der russische Komponist Anton Rubinstein beschreibt Johann Strauß, wie folgt: ‚Er ist ein ganz eigener. Ich verehre nicht bloß den Künstler, sondern auch den Menschen.‘

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„Wiener Blut“. Dieses Meisterwerk konnte der Walzerkönig nicht mehr erleben. Er war jedoch einverstanden, dass Adolf Müller junior und die Librettisten Victor Léon und Leo Stein, diese Operette auf die Bühne brachten. Der ganz große Erfolg stellte sich 1905 ein. Die Zeitungen schrieben damals, Johann Strauß hätte sich „Urlaub vom Himmel“ genommen. Seine Kompositionen und Bühnenwerke würden im 21. Jahrhundert in „neudeutsch“, sicherlich als „Hype“ bezeichnet werden. Ob sich der Walzerkönig selbst, diese Nachhaltigkeit seiner Melodie hätte vorstellen können, bleibt ungeklärt. In jedem Fall hätte er sich darüber sehr gefreut. (ra)

Beitrag: Oktober 2011

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