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Im Wendekreis des Kreuzes - UNISONO.co.at

Film & TV

Wenn Satan seinen Helfer schickt

Wissen Sie eigentlich was der „Fall Achse“ ist? Es handelt sich hierbei um einen Decknamen für die deutsche Besetzung Italiens im Falle einer Kapitulation oder eines Ausscheidens aus dem Krieg. Es war der „Gran Consiglio Del Fascismo“, besser bekannt als „Großer Faschistischer Rat“, welcher den „Duce“ Benito Mussolini am 25. Juli 1943 absetzte und einen separaten Waffenstillstand mit den anrückenden Alliierten anstrebte. Und so kam es, dass nicht nur Wehrmacht sondern auch SS, SD und Gestapo in Italien und der „ewigen Stadt“ einrückten. Der „Fall Achse“ trat ein und mit ihm der Terror gegen alliierte Soldaten, Juden und Widerstandskämpfer.

Dass Zeitgeschichte spannend und schockierend zugleich sein kann, wissen wir spätestens seit Guido Knopp und seiner Serie ZDF-History. Bereits wesentlich früher bedienten sich Drehbuchautoren des Themas um das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte und erzählten unter anderem auch die wahre Geschichte vom „Monsignore und dem Standartenführer“ (Anm.: Der Dienstgrad entspricht einem Oberst.).

Der britisch-US-amerikanische Thriller „Im Wendekreis des Kreuzes“ (Originaltitel: „The Scarlet and the Black“) aus dem Jahr 1983, handelt von genau diesen Geschehnissen und beruht auf wahren Begebenheiten. Der Ort der Handlung ist der Vatikan unter Papst Pius XII. (Sir John Gielgud). Monsignore Hugh O’Flaherty (genial verkörpert durch Hollywoodlegende Gregory Peck) hilft verfolgten Juden und abgestürzten alliierten Piloten sich vor dem gefürchteten Chef der Gestapo in Rom, Standartenführer Herbert Kappler (beängstigend Christopher Plummer), zu verstecken. Dieser denkt sich immer perfidere Methoden aus, um die jüdische Gemeinde Roms zu tyrannisieren.

Und so suchen immer mehr Verfolgte Zuflucht in der Vatikanstadt. Als diese bereits aus allen Nähten zu platzen droht, quartiert Monsignore O’Flaherty die Flüchtlinge in Klöstern und anderen Liegenschaften der Kirche ein und erklärt diese kurzerhand zum exterritorialen Gebiet. Er sorgt für Nahrung und Kleidung seiner Schützlinge und vergibt sogar Diplomatenpässe. Als Kappler erfährt, wer der Organisator dieser Hilfsaktionen ist, tobt dieser vor Wut und schwört ihn zu vernichten. Nach einem Antrittsbesuch beim Heiligen Vater macht Kappler unmissverständlich klar, wo die Befugnis des Stellvertreter Gottes endet und die seine anfängt. Der Helfer des Satans lässt eine weiße Linie als Grenzstreifen um den Vatikan ziehen und von bewaffneten SS-Männern bewachen. Niemand soll mehr raus können. Viel wichtiger aber noch: Niemand darf mehr rein kommen!

Fazit: Die erstklassige Besetzung dieses viel zu selten gespielten Politthrillers um das wohl dunkelste Kapitel der Geschichte (Gregory Peck schlüpft in alle möglichen und unmöglichen Verkleidungen, wie der eines SS-Offiziers oder einer Nonne (!), um den Kontakt zu seinen Schützlingen aufrechtzuhalten.), spiegelt auch die zwiespältige Haltung der katholischen Kirche und deren Umgang mit totalitären Regimen dieser Zeit wider. Christopher Plummer als heimtückisch böser Gestapo-Chef Herbert Kappler, aber auch Sir John Gielgud als Papst Pius XII., ergänzen diesen Zweikampf zwischen Gut und Böse, der vom Altmeister der Filmmusik Ennio Morricone perfekt musikalisch untermalt wird. Ewig „Gestrige“ werden sich diesen Film sicher nicht ansehen. Denn da bekommt man nur zu hören: „Nicht schon wieder! Das ist doch schon so lange her!“ Aber der Ungeist dieser Jahre hat überlebt und sich oftmals schon als „braunes Kuscheltier“ in die damaligen Kinderbetten eingeschlichen! Darum lautet das Motto: „Nie vergessen!“ (pa)

Beitrag: Dezember 2013

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