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Giuditta - UNISONO.co.at

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„Schön wie die blaue Sommernacht“ - Giuditta in Baden

Wieder einmal hat die Bühne Baden bewiesen, zu Recht das niederösterreichische Mekka der Operette genannt zu werden. Zur Eröffnung der heurigen Sommersaison gab es „Giuditta“ von Franz Lehár. Nach den Begrüßungsworten von Bürgermeister KR Staska und von Ländesrätin Dr. Bohulav als Vertreterin der Niederösterreichischen Landesregierung konnte man in der Sommerarena eine ausgezeichnete Aufführung dieses Werkes genießen. KS Sebastian Reinthaller, der neue künstlerische Leiter der Bühne Baden, spielte selbst die männliche Hauptrolle, und als er gleich zu Beginn den Ohrwurm „Freunde, das Leben ist lebenswert“ sang, flogen ihn sogleich die Herzen des Publikums (Insbesondere des weiblichen) zu. Und wenn später Bibiana Nwobilo als „Giuditta“ erklärte „Meine Lippen, sie küssen so heiß“, so hätte so mancher der männlichen Besucher dies auch gerne ausprobiert.

Worum geht es in diesem Werk eigentlich?

In einer Hafenstadt in Süditalien lebt die temperamentvolle Giuditta, die sich an der Seite Ihres wesentlich älteren Mannes langweilt. Als Octavio, ein junger Offizier auftaucht, verlieben sich die beiden ineinander und Giuditta folgt ihm nach Libyen. Dort genießen sie das Leben, bis Octavio nach zwei Wochen den Marschbefehl bekommt. Obwohl Giuditta droht, ihn zu verlassen, siegt bei Octavio das Pflichtgefühl und er reist ab. Als er nach einiger Zeit von seinem Einsatz zurückkommt, findet er Giuditta, die mittlerweile ein ausschweifendes Leben führt, als Tänzerin in einem Nachtlokal. Seine Hoffnung, er könne die Schöne erneut für sich gewinnen, ist jedoch zum Scheitern verurteilt. Fünf Jahre später: Octavio arbeitet als Barpianist in einem europäischen Hotel. Wie es der Zufall so will, kommt Giuditta in Begleitung ihres Liebhabers in eben dieses Hotel. Da flammt ihre Leidenschaft und Liebe zu Octavio erneut auf. Doch es ist zu spät. Sein Interesse ist erloschen zu schwer waren die ihm zugefügten Verletzungen. Er ist ein gebrochener Mann und will nichts mehr von ihr wissen.

Die in Nigeria geborene und in Kärnten aufgewachsene Sopranistin Bibiana Nwobilo gibt die Titelrolle der „Giuditta“ und begeisterte nicht nur mit Ihrer Stimme sondern auch mit ihrer attraktiven Erscheinung das Publikum. Ihre Lieder und Duette mit Sebastian Reinthaller gehörten zum den Höhepunkten des Abends. Und KS Sebastian Reinthaller selbst meisterte als Hauptmann „Octavio“ die nicht unbeträchtlichen Schwierigkeiten dieser Rolle mit Bravour und brachte die wundervollen Melodien von Franz Lehár mit strahlender Stimme zum Erblühen. Das Buffopaar Alexander Voigt als „Pierrino“ und Laura Scherwitzl als „Anita“ waren sowohl mit Spiel wie auch mit Gesang voll präsent und sorgten zwischendurch auch für heitere Momente in dieser doch sehr melancholischen Geschichte. Auch die in mehreren kleineren Rollen Mitwirkenden Sebastian Huppmann, Helmut Wallner und Franz Födinger sollen nicht unerwähnt bleiben, boten sie doch wohl nur kurze aber wirkungsvolle Auftritte.

In Szene gesetzt wurde das Spiel von Dominik Wilgenbus in Bühnenbildern von Johannes Leitgeb und Kostümen von Friederike Friedrich sowie in der Choreografie von Bohdana Szivacz.Die musikalische Leitung lag in den bewährten Händen von Franz Josef Breznik, und das Orchesters der Bühne Baden brachte unter der Leitung von seinem Chefdirigenten sowohl die wunderbaren lyrischen Momente als auch die dramatischen Passagen der Lehár’schen Musik voll zur Geltung.

Trotz des großen Erfolges bei der Uraufführung 1934 konnte sich Lehárs letztes Bühnenwerk nie so richtig durchsetzen. Erst in den letzten Jahren ist es wieder häufiger auf den Spielplänen zu finden. Obwohl Lehár das Werk als „musikalische Komödie“ bezeichnete, fehlt das für Operetten typischen Happy End und auch die musikalische Form ist zwischen Operette und Oper angesiedelt. Die Instrumentierung erinnert nicht selten an Puccini. Trotz dieser musikalischen Ambivalenz gibt es auch hier eine Fülle berückend schöner Melodien - die zum Teil als Standardrepertoire von Wunschmusiksendungen und Galaveranstaltungen ein Eigenleben führen und auch immer wieder von den größten Tenören bzw. Sopranistinnen in Konzerten vorgetragen werden. Denken wir nur neben den bereits erwähnten Hauptschlagern an „Welch tiefes Rätsel ist die Liebe - Du bist meine Sonne“, „Schön wie die blaue Sommernacht“, „Schönste der Frau'n“ oder die Szene „In einem Meer von Liebe möchte ich versinken“.

Vielleicht trägt auch die wunderbare Aufführung hier in der Sommerarena von Baden dazu bei, dieses Werk wieder mehr ins Bewusstsein des Publikums zu rufen.
(zdi)

Beitrag: Juni 2014

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