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Franz Suhrada - UNISONO.co.at

Zur Person

Franz Suhrada - Alles Gute zum 60er!

Franz Suhrada, den wir aus vielen Auftritten im Theater, im Fernsehen und nicht zuletzt auch in der Volksoper kennen, feiert im Juni seinen 60. Geburtstag. Grund genug, um dieses Gespräch zu führen. Ich traf Herrn Suhrada im Café Dommayer in Hietzing in einer Probenpause für die Produktion von Lumpazivagabundus in Parndorf, wo er gleich drei Rollen spielen wird, und zwar den „Zauberer Mystifax“, den „Herrn von Windwachl“ und den Wirten „Pantsch“.

Volksopernbesucher kennen Herrn Suhrada ja schon lange, in der Saison 1980/81 debütierte er als „Urbain“ in „Pariser Leben“. Seither war er hier als „Militärattaché Pritschitsch“ („Die lustige Witwe“), „Kellner“ („Die lustigen Weiber von Windsor“), „Frosch“ („Die Fledermaus“) und „Pankratius“ („Der Wildschütz“) auf der Bühne. Seit der Saison 2013/14 gehört der Schauspieler zum Ensemble der Volksoper. Er ist als „Jonas Fogg“ im Sondheim-Musical „Sweeney Todd“, als „Giorgio Testaccio“ in der Neuproduktion der Operette „Eine Nacht in Venedig“, als „Sigismund“ in „Ein Walzertraum“ und erneut als „Frosch“, „Pankratius“ sowie „Pritschitsch“ zu sehen. Demnächst wird er auch den Kellner „Alfred“ in der Neuproduktion „Pariser Leben“ von Jacques Offenbach übernehmen. Es gelingt ihm wie kaum einen Zweiten diese Rollen markant in Szene zu setzen und so wesentlich Erfolg der Aufführungen beizutragen.

Aber lassen sie uns zuerst über den Menschen Suhrada sprechen: Herr Suhrada, Sie begannen Ihr Berufsleben mit einer Lehre als Industriekaufmann bei der Firma Böhlerwerke.

Ja, ausschlaggebend war wohl die Überlegung, eine sichere Existenzgrundlage aufzubauen. Aber ich bin ja schon von meiner Jugend an schon Opernfan und begeisterter Stehplatzbesucher gewesen und wollte eigentlich Opernsänger werden. Da eine Sängerausbildung neben meinem Beruf aber nicht möglich war, entschloss ich mich mit 19 Jahren, in die Schauspielschule von Prof. Krauss einzutreten. Mein erstes Bühnenengagement erhielt ich bereits1975, noch während meines Studiums am damaligen Theater der Courage im Dreipersonenstück „Die Eisernen“ von Aldo Nicolaj (mit Emmy Werner und Rudolf Jusits), eine Produktion, die im selben Jahr den Kritikerpreis erhielt. Im selben Jahr spielte ich auch noch in Zolas „Therese Eaquin“ im Theater „Die Neue Tribüne“.

1976 gaben Sie Ihren ursprünglich erlernten Beruf auf und wirkten nunmehr hauptberuflich als Schauspieler.

Ja, ich bekam das Angebot, an der Freien Bühne Berlin den „Schwejk“ zu spielen und so entschloss ich mich, mich voll dem Theaterspielen zu widmen. Diese Produktion lief sehr erfolgreich ein halbes Jahr lang. Als ich dann nach Wien zurückkehrte, wartete schon die Einberufung zum Bundesheer auf mich. Hier war ich nach der Grundausbildung beim damaligen Heeressender tätig, was auch eine sehr interessante Zeit war, wo ich viel Neues lernen konnte.

Ihr nächstes Bühnenengagement war 1978 der „Onuphrie“ im
„Bettelstudent“ im Raimundtheater.

Bereits ab 1977 wirkte ich auch schon in etlichen TV-Serien und Kabarettsendungen mit (u.a. mit Steinhauer, Resetarits, etc.), und seit Anfang der 80er hatte ich ständige TV-Engagements in zahlreichen TV-Serien, u. a. in „Ein echter Wiener geht nicht unter“, „Die Alpensaga“, „Kottan ermittelt“, „Der Leihopa“, „Die Leute von St. Benedikt“, „Tohuwabohu“, „Die liebe Familie“, „Seniorenclub“, „Tatort“, „Soko Donau“ und viele mehr. In „Café Lotto“ verkörperte ich 13 Jahre lang den Kellner.

Legendär ist ja Ihre Mitwirkung in der Serie „Kottan ermittelt“, mit der Sie über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt wurden. Viele sehen in Ihnen vor allem den Polizisten „Fritz Schreyvogel“ im „Kottan“. Wie geht es Ihnen damit?

Sicher war der „Kottan“ -sowie der „Mundl“ - eine Kultserie. Was das Medium Fernsehen betrifft, wird man immer mit der Rolle identifiziert, die man gerade spielt. Das ist eine Belastung, die man akzeptieren muss. Viele Leute wissen nicht, dass man auch am Theater spielt. Ich habe auch den „Baron Gondremark“ in „Pariser Leben“, den „Don Quijote“ im „Mann von La Mancha“, den „Orgon“ in „Tartuffe“ und vieles andere gespielt.

Weitere Engagements führten Sie ja u. a. an das Volkstheater, das Theater in der Josefstadt bzw. die Kammerspiele, das Opernhaus Graz, das Linzer Landestheater sowie an das Stadttheater Baden. 1979 waren Sie am Salzburger Landestheater der wahrscheinlich jüngste „Frosch“ in der „Fledermaus“.

In der Rolle des „Frosch“ gastierte ich auch an der Kammeroper Wien, an der Staatsoper Prag, Staatsoper Hamburg, in Dessau, an der Musikalischen Komödie Leipzig, am Volkstheater Rostock, Nationaltheater Mannheim, an der Oper Nürnberg, am New National Theatre Tokyo und in einer konzertanten Aufführung in der Kölner Philharmonie sowie im Rahmen einer Tournee in Spanien und Japan.

Dank Ihres großen Repertoires an Schauspiel-, Operetten- und Musicalrollen sind Sie Gast bei unzähligen Aufführungen von Sommertheatern und Sonderveranstaltungen.

Es stimmt, ich bekomme viele Einladungen und ich bin auch dankbar dafür, an vielen wunderschönen Orten in Österreich auftreten zu können.

Sie sind auch ein Meister der kleinen Rollen, sogenannte „Wurzenrollen“, denen Sie trotz des oft kurzen Auftrittes einen individuellen Charakter verleihen.

Ich meine, dass alle Rollen, auch wenn sie klein sind, perfekt gespielt sein müssen. Hier ist die Herausforderung besonders groß, einen Charakter auf die Bühne zu stellen, weil man ja mit einem kurzen Auftritt nicht die Zeit hat, eine Rolle langsam zu entwickeln. Man muss ja in jeder Aufführung sein Bestes geben, das Publikum hat bezahlt und daher das Recht auf eine ordentliche Aufführung.

Außerdem arbeiten Sie ja noch als Sprecher für Werbungen und Hörbücher.

Zu den von mir gesprochenen Hörbüchern zählen die „Wiener Schmankerln“ und zwei als Hörbuch veröffentlichte „Kottan“-Folgen („Hartlgasse 16a“ und „Der Geburtstag“).

Wie gehen Sie mit Kritiken um - ärgern Sie schlechte Kritiken?

Selbstverständlich lese ich Kritiken, da habe ich keine Probleme damit, weil ich nur selten Verrisse bekomme. Aber damit muss man leben. Manchmal ist man ja auch Opfer des Regisseurs, ohne selbst viel dafür zu können. Aber wie gesagt, im Großen und Ganzen kann ich mich über schlechte Kritiken nicht beklagen. Ich war ja bis zu meinem Ensemblevertrag in der Volksoper immer als freier Schauspieler tätig und bekam ständig Einladungen für Auftritte an den verschiedensten Bühnen, die ein schlechter Schauspieler sicher nicht bekommen hätte.

Haben Sie eigentlich neben Ihren vielen beruflichen Verpflichtungen noch Zeit für ein Privatleben?

Ich gehe viel ins Theater, bin begeisterter Bahnfahrer, vor dem Fernseher verbringe ich recht wenig Zeit, hier schaue ich gerne Quizsendungen sowie Theater- und Opernübertragungen. Meine Urlaube verbringe ich am liebsten in Österreich - das lässt sich oft mit den Engagements bei verschiedenen Sommertheatern sehr gut verbinden, wie beispielsweise bei den Operettenspielen in Murau oder Bad Ischl, wo ich seit vielen Jahre Gast bin.

Sie sind vom Sternzeichen Krebs - wie würden Sie sich selbst beschreiben?

Ich bin sehr gefühlsbetont und sensibel, versuche im Augenblick zu leben und halte den Blick stets nach vorwärts gerichtet.

Sie feiern im Juni ihren 60. Geburtstag - gibt es spezielle Wünsche, Traumrollen oder ähnliches?

Wichtig ist die Gesundheit. Ich bin dankbar, jetzt ein Fixengagement in der Volksoper gefunden zu haben. Ich habe keine Wünsche nach irgendwelchen Traumrollen, sondern lebe bewusst im Augenblick und bin neugierig, was in Zukunft noch alles auf mich zukommen wird.

Zwei Stunden Gesprächszeit sind wie im Fluge vergangen. Herr Suhrada musste wieder zur Probe eilen. Ich habe mich über das Gespräch mit diesem bescheiden wirkenden Künstler sehr gefreut und war fasziniert von seiner profunden Kenntnis der österreichischen Theater- und Fernsehgeschichte der letzten Jahrzehnte.

Es bleibt mir nur noch übrig, Ihnen, Herr Suhrada, zum Geburtstag alles Gute zu wünschen in der Hoffnung, Sie noch mit vielen markanten Rollengestaltungenen auf der Bühne zu erleben.
(zdi)

Beitrag: Spielzeit 2013/2014

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