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Filmmusik - UNISONO.co.at

Thema

„Keinesfalls eine stille Größe“

Ein Mann schleppt sich durch die sengende Hitze. Die unbarmherzige Sonne der Wüste, brennt auf sein europäisch-koloniales Antlitz. Kraftlos durch den langen Fußmarsch, erblickt er in der Ferne eine rettende Oase. Schauplatzwechsel! Schwarz ist sie, die Robe, welche der unheimlich anmutende Mann trägt. Unter dem schwarzen Stahlhelm, der irgendwie an den der Wehrmacht erinnert, befindet sich eine Art Sauerstoffmaske, aus der der handelnde Akteur schwerfällig atmet, bevor er sein Lichtschwert auf Schritthöhe ausfährt. Fast möchte man fragen: „Ist das Asthma oder Leidenschaft?“

Wer sich jetzt fragt, was diesen - offensichtlich aus Kinofilmen beschriebenen Szenenausschnitten - fehlt, liegt richtig mit seiner Frage. Die dazugehörige Filmmusik! Nichts kann eine szenische Stimmung besser ausdrücken, als die gekonnte Vertonung durch Maurice Jarre, John Williams & Co. Ohne geniale Musiker ihres Formates, wären Filmklassiker, wie „Lawrence von Arabien“ oder „Krieg der Sterne“, bloß peinliche Momente, gebannt auf Zelluloid. Grund genug, diesen Ausnahme-Künstlern endlich einmal den Respekt zu zollen, den sie verdienen. Was wäre denn ein „James Bond“ ohne die berühmte Titelmelodie von John Barry, welcher nicht nur für die weltberühmte Agentenfilmreihe die Filmmusik komponiert hat, sondern auch Filme, wie „Jenseits von Afrika“ (Oscar für die beste Filmmusik, 1985) vertont hat. Oder können Sie sich den „Rosaroten Panther“ ohne Henri Mancinis Musik vorstellen? Musik drückt Stimmungen und Gefühle aus, bei denen die Kamera an ihre naturgegebenen Grenzen stößt. Ein Lichtschwert wirkt lächerlich, bis zu dem Zeitpunkt, wo es zu John Williams Musik zu „Star Wars“, wuchtig und lasertechnisch, dem Zuschauer Angst einflößt.

Aber nicht nur Filmmusik-Komponisten versorgen das Cineasten-Ohr mit Klängen und Vertonungen. Längst hat sich die Filmindustrie der klassischen Oper bedient. Bestes Beispiel hierfür, ist Brian De Palmas Verfilmung von „The Untouchables“, in der Robert De Niro als „Al Capone“, herzzerreißend zu „Vesti La Giubba“ aus Ruggero Leoncavallos Oper „Der Bajazzo“ (Ab 31.03.2012 an der Volksoper), Krokodilstränen vergießt. Kurz und gut: Bild und Ton lässt sich nicht trennen! Ein Argument mehr, beim nächsten Kinobesuch oder beim nächsten DVD-Abend, den Abspann zu lesen. Wer weiß denn schon, welche keinesfalls „stille Größe“ da ihre Hände mit im Spiel hatte?

Beitrag: Juni 2011

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