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Erlebnisbericht - UNISONO.co.at

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Ein wunderbarer Abend - Erlebnisbericht

Wie spät ist es? Jetzt wird es aber Zeit. Passt diese Krawatte zu dem Hemd, oder soll ich lieber eine andere nehmen? Ich glaube, diese ist besser. Jetzt der Anzug - die Hose wird auch immer enger, woran das wohl liegt? Das sind wohl die kleinen Tierchen, die Kalorien, die immer in der Nacht die Hosen enger nähen. Habe ich alles eingesteckt? Brieftasche, Geld, Schlüssel, Fahrschein - und nicht vergessen - die Eintrittskarte. Ich besuche heute nämlich die Volksoper. Was man spielt, Operette, Musical, Oper oder gar Ballett? Es ist eigentlich alles sehenswert, was einem in diesem Haus geboten wird.

Es ist halb Sieben, als ich beim Theater ankomme und ich habe noch ein wenig Zeit, die heranströmenden Besucher zu beobachten, die alleine, zu zweit oder in kleinen Gruppen ankommen. Besonders freut es mich, dass viele Jugendliche dabei sind, die gleich den Weg zu den billigeren Plätzen auf der Galerie suchen, während das gesetztere Publikum den Eingängen zum Parterre zuströmt. Meinen Mantel gebe ich bei meinen Stamm-Garderobier ab, der mich freundlich begrüßt. Nun noch ein Programm erworben und hinein in den Zuschauerraum. Die Billeteurin verlangt meine Eintrittskarte, um sie abzureißen - warum eigentlich, ich musste sie ja ohnedies schon beim Eingang zum Scannen vorweisen. Als Stammbesucher der Volksoper finde ich finde ich mühelos meinen Sitz und nehme in freudiger Erwartung auf das Kommende auf dem bequemen Sessel Platz. Die Orchestermusiker sind schon vollzählig versammelt und das Einstimmen ihrer Instrumente vermischt sich mit dem Geraune aus dem Publikum. In seiner Loge hat inzwischen auch schon der Direktor des Hauses - Robert Meyer, der heute ausnahmsweise nicht selber mitspielt - Platz genommen und blickt zufrieden auf den vollen Zuschauerraum. Langsam wird es dunkel im Saal, der Lärm verstummt und aus den Lautsprechern erklingt die sonore Stimme des Direktors, der uns darauf hinweist, dass das Fotografieren während der Aufführung nicht gestattet ist und uns einen schönen Abend wünscht.

Applaus brandet auf, als der Dirigent den Orchestergraben betritt. Scheinwerfer flammen auf, als sich die Orchestermusiker von den Sitzen erheben, um sich für den Applaus zu bedanken - es wird wieder dunkel im Raum und die Aufführung beginnt. Erst zögernd, dann langsam zu voller Lautstärke anschwellend ertönt die Musik, und als die Geigen eine süße Melodie anstimmen, sind alle Alltagsprobleme vergessen und der Zauber der Aufführung schlägt mich und das gesamte Publikum in seinen Bann. Der Vorhang hebt sich und gibt den Blick auf die Bühne frei, der Tenor singt seine Auftrittsarie, die stürmisch bejubelt wird, Alle Sängerinnen und Sänger erhalten nach ihren Arien und Duetten den verdienten Applaus, die Handlung strebt dem Höhepunkt zu und als die Verwirrung komplett ist, fällt der Vorhang - Pause!

Im Gedränge des Foyers gelingt es mir, nach einer kurzen Wartezeit eine kleine Erfrischung am Buffet zu erwerben. Ich treffe einen Bekannten, mit dem ich mich für nach der Aufführung verabrede und schon läutet es und ruft uns wieder auf unsere Plätze. Wieder dasselbe Ritual: Licht aus, Applaus für Dirigent und Orchester und Beginn des zweiten Teiles. Nun lösen sich endlich alle Verwirrungen auf und es kommt schlussendlich zum erwarteten Happy-End. Der Tenor bekommt den Sopran, das Buffopaar wird auch glücklich, und zufrieden senkt sich der Vorhang. Nachdem ich die Sängerinnen und Sänger beim Schlussapplaus vor dem Vorhang genügend bejubelt hatte, stürze ich mich in das Gedränge bei der Garderobe, der Garderobier gibt mir meinen Mantel und wünscht mir noch einen schönen Abend.

Vor dem Theater wartet schon mein Bekannter auf mich, wir gehen noch gegenüber ins Kaffeehaus zu einer kurzen Plauderei und dann fahre ich zufrieden wieder heim, die Melodien der Aufführung im Kopfe noch wiederholend, denn das Singen in der Straßenbahn wäre wohl nicht sehr angebracht. Es war wieder einmal ein wunderbarer Abend. Danke, Volksoper! (zdi)


Beitrag: April 2014

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