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Emmerich Kalman - UNISONO.co.at

Komponisten

„Oh, jag dem Glück nicht nach, …

… auf allen fernen Wegen“, aus Emmerich Kálmáns „Csárdásfürstin“ ist eine jener Arien, die ein fulminantes Meisterwerk ausmachen. Die Tatsache, dass vor allem anderen die Kraft originelle Melodien zu erfinden, den Begabungsrang eines schöpferischen Musikers bestimmt, zeichnet Kálmán besonders aus. Kálmán, neben Lehár zweifellos einer der begabtesten Melodienerfinder unter den Operettenkomponisten, hat einmal folgendes gesagt: „Mit einer Symphonie kann man vielleicht eine Bedeutung herbeischwindeln, die man nicht besitzt. Man redet sich einfach auf Eigenart und persönliche Note aus. Hingegen müssen einfache Lieder, Einfälle und den zündenden Funken haben, um den Nächsten mitreißend zu begeistern.“ Kálmán beweist dies in seinen besten Bühnenwerken erfolgreich und meisterhaft.

Ursprünglich wollte der, am 24.10.1882 in Siófok am Plattensee geborene Kálmán, Pianist werden. Bevor er seine musikalische Ausbildung abschloss, wandte er sich juristischen Studien zu. Eine Zeit lang war er auch als Musikkritiker tätig. Mit Kompositionen ernster Richtung, hatte er erste Erfolge, und wurde 1907 mit dem Franz-Joseph-Preis der Stadt Budapest ausgezeichnet. 1908 erzielte er mit der Operette „Herbstmanöver“ weitere künstlerische Aufmerksamkeit. Es folgten sechs weitere Werke, und mit der Operette „Die Csárdásfürstin“ gelang ihm im Jahr 1915 der absolut große Wurf. Fortan gehörte er zu den meist gespielte Operettenkomponisten. Natürlich gab es auch Verfilmungen mit Marika Rökk und Johannes Heesters, in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Mit „Gräfin Mariza“, 1924 und „Der Zirkusprinzessin“, 1926, fuhr er beachtliche Anerkennung ein. Diese Werke werden immer wieder neu inszeniert und auf vielen Bühnen gespielt.

Kálmán war eine außergewöhnliche und interessante Persönlichkeit, und die vielen Kontakte - nicht nur zu Librettisten und Komponisten - sondern auch zu anderen Künstlern, trugen maßgeblich zu seiner Popularität bei. In den späten 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts, lernte er auch Billy Wilder in Berlin kennen, und traf diesen, wie auch viele andere seiner Zeitgenossen, in der Emigration wieder.

1928 lernte Kálmán
Vera Makinskaya kennen. Sie wurde seine Ehefrau, die er nach einer Scheidung noch einmal heiratete. Der Ehe entsprangen drei Kinder. Im selben Jahr erhielt er einen Brief von George Gershwin, der eine Europareise unternahm und Kálmán gerne treffen würde. Gershwin liebte die Operettenmusik und ganz besonders die Operette „Gräfin Mariza“. Gemeinsam mit den Librettisten gab es ein Abendessen mit anschließendem Barbesuch. Zur großen Überraschung spielte man jedoch nicht Operettenmusik, sondern Gershwin-Melodien. Dieser hatte jedoch angenommen, in Europa wäre er nicht bekannt, umso mehr freute er sich und war sichtlich gerührt.

Zehn Jahre später musste Kálmán sein Wiener Domizil in der Hasenauerstraße verlassen, und nach Paris emigrieren. Von dort aus floh er 1940 in die Vereinigten Staaten. Viele Künstler und Kulturschaffende, waren in dieser dunklen Zeit in Amerika mit wechselndem Erfolg tätig.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er nach Europa zurück, und ließ sich 1945 in Paris nieder. Erst 1949 kehrte er nach Österreich zurück, das ihm alles andere als einen warmen Empfang bereitete, sondern ihm stattdessen mit einer Pressekampagne begrüßte, die darauf zielte seine Villa in Wien zu enteignen. Nach einem weiteren Aufenthalt in New York ging er schließlich 1951 nach Paris, wo er zwei Jahre später starb. Seine Werke jedoch sind unsterblich.

Auf vielen Bühnen gab es Aufführungen seiner Meisteroperetten. Die Wiener Volksoper spielte ab 1959 viele Jahre eine „Gräfin Mariza“ erfolgreich inszeniert von Géza von Bolváry, mit den von Fritz Eckart bearbeiteten Texten. 1962 folgte „Die Zirkusprinzessin“ mit Hans Moser und Anfang der 70er Jahre „Die Bajadere“. Ab 1966 spielte man viele Jahre immer wieder „Die Csárdásfürstin“. Es standen ebenso „Gräfin Mariza“, „Die Zirkusprinzessin“ sowie „Die Herzogin von Chicago“ in Neuinszenierungen auf dem Spielplan. Es ist erfreulich, dass die Wiener Volksoper im März 2011 eine runderneuerte und neueinstudierte „Csárdásfürstin“ zur Aufführung bringt.

Glanzvolle Operettenaufführungen zu realisieren, ist bei Gott nicht einfach. Große Anforderungen werden an die Sänger sowie an das Leading Team gestellt. Erfreulich aber ist die Tatsache, dass auch junge Künstler einen Zugang zu diesem Metier bekunden. Die Wiener Volksoper mit ihren Ressourcen ist prädestiniert, auch in diesem Jahrhundert Bühnenwerke von Kálmán publikumswirksam aufzuführen. Daher sehen wir der kommenden Wiederaufnahme im März und im April 2011, mit Freude entgegen.
(ra)

Beitrag: Februar 2011

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