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Eine Nacht in Venedig - UNISONO.co.at

Volksoper

„Welche Stellung darf’s denn sein?“

Nein, in diesem Artikel geht es nicht um den Kinsey-Report! Daher werden Sie hier auch nichts über „Doggystyle“ oder „das perfekte Bückstück“ erfahren! Vielmehr geht es in Johann Strauß‘ Operette „Eine Nacht in Venedig“ um Stellungen! Der Stellung als herzoglicher Verwalter oder der Stellung als Leibkoch. Denn auch solche Stellungen führen in den Hafen der Ehe. Das weiß auch der einfache Makkaronikoch „Pappacoda“ (sehr lustig Michael Havlicek). Der will nämlich seine Geliebte „Ciboletta“ (hinreißend Johanna Arrouas), ihres Zeichens Köchin beim venezianischen Senator Delacqua (herrlich klapprig Wolfgang Hübsch) heiraten. Aber nur, wenn seine berufliche Zukunft abgesichert ist.

Platzhirsch unter den Arbeitgebern ist der „Herzog von Urbino“ (gesanglich eine Wucht Vincent Schirrmacher), der aber auch erotische Stellungen zu besetzen hat. Freilich handelt es sich hierbei um die meist schon verheirateten Damen der noblen Society von Venedig, welche die Begehrlichkeiten des Herzogs wecken. Bei der Anbahnung derartiger Geschlechtsdienste ist ihm sein Leibbarbier „Caramello“ (gesanglich und darstellerisch top Jörg Schneider) stets gerne behilflich. Der Senator Delacqua, der sich über einen Posten als Verwalter der herzoglichen Güter Hoffnung macht, will aber unter keinen Umständen seine eigene Frau als erotisches Preisgeld dem Herzog überlassen. Deshalb schleust er Ciboletta als seine vermeintliche Gattin bei ihm ein. Und auch „Annina“ eine Fischerstochter (super Mara Mastalir), welcher ihrerseits in Caramello verliebt ist, findet sich beim Herzog ein, um für ihren Lover zu intervenieren. Damit sind Verwechslungen natürlich Tür und Tor geöffnet.

Neben den Hauptdarstellern, welche gesanglich und schauspielerisch eine Top-Performance abliefern, glänzen in weiteren Rollen Gerhard Ernst als „Senator Barbaruccio“, Regula Rosin als „Agricola“ seine Frau, Franz Suhrada als „Senator Testaccio“ und Martin Fischerauer als „Enrico Piselli“, Neffe des Senator Delacqua. Eigentliche Hauptdarsteller sind aber die Inszenierung, das Bühnenbild und die Kostüme von Regisseur Hinrich Horstkotte, der nahezu alles was schwimmt (Meerjungfrau, weißer Hai, Unterseeboot und Albtraumschiff Costa Concordia, ähem Costa Quanta) in der filmerprobten Lagunenstadt quasi „vor Anker“ gehen lässt. Nicht zu vergessen die Videotechnik mit einer Gondel, welche einen Sarg transportiert. Vielleicht sogar derselbe aus dem James-Bond-Film „Moonraker“?

Fazit: Eine mustergültige Top-Inszenierung, welche durch das gefühlvolle Dirigat von Alfred Eschwé perfekt abgerundet wird. Einzig und allein eine Frage bleibt offen: Konnte Stefan Tanzer (schwimmt dem weißen Hai in einer Szene eiligst davon) dem Hai entkommen, und wenn nicht, wie geht’s dem Hai? (pa)

Premiere: Spielzeit 2013/2014

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