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Dietmar Hoscher - UNISONO.co.at

Zur Person

Hoscher - Gefunden!

Kennen Sie eigentlich Mr. Spock? Den Vulkanier aus der Fernsehserie „Raumschiff Enterprise“ (Originaltitel: „Star Trek“)? Na klar, der erste Offizier von Captain Kirk! Aber was waren das doch gleich für körperliche und charakterliche Merkmale, welche diesen Vulkanier (Anm. d. Red.: Spock war übrigens zur Hälfte menschlich!) auszeichneten? Da waren einmal die spitzen Ohren, die eigentümlichen Gesichtszüge, die sonderbare Frisur, seine Logik und die Tatsache, dass Vulkanier grünes Blut haben. Nun wenn ich den Mann, der mir gegenüber sitzt näher betrachte, kann ich keine dieser Äußerlichkeiten feststellen. Die Sache mit dem grünen Blut kann ich jedoch beweisen! Und das ganz ohne Aderlass!

Mag. Dietmar Hoscher ist keineswegs der coole Manager, den er sicherlich oft berufsbedingt herauskehren muss. Wie viel Leidenschaft für Kunst und Kultur in dem am 05.06.1962 in Wien geborenen studierten Ökonom steckt, offenbart mir ein Blick zurück in seine Kindheit. Hoscher wuchs in einem behüteten familiären Umfeld auf, das aber auch ein bisschen ein Sittenbild der damaligen Zeit (späte 1960er und frühe 1970er Jahre) widerspiegelt. Während für die heutigen Jugendlichen die Welt untergehen würde, wenn sie ohne Smartphone leben müssten, „rebellierte“ Hoscher als Bub einzig und allein, wenn er heimlich Radio unter der Bettdecke hörte. Denn das war für den späteren Vorstandsdirektor der Casinos Austria AG das Tor in die große weite Welt, wie er mir selbst mit einem Funkeln in den Augen erzählt.

Nach der Matura - Hoscher outet sich mir gegenüber als „Vorzugsschüler“, der als schlechteste Note „nur“ einmal einen „4er“ (Anm.: Aufgrund einer Themenverfehlung in Deutsch.) in der Schule hatte - studierte er Volkswirtschaftslehre (auch Nationalökonomie). Sein beruflicher Einstieg begann am Ludwig-Boltzmann-Institut, wo er mit Forschunsprojekten befasst war. Danach folgten eine Referententätigkeit bei der Nationalbank, die Funktion des Klubsekretärs (SPÖ) im Parlament sowie die Agenden des Ministersekretärs im Bundesministerium für Finanzen. 1998 wechselt Hoscher ins Management der Casinos Austria, dem er seit 2007 als Vorstand angehört.

Zur Kultur und im Besonderen zur Musik hat der einstige Stehplatzbesucher in der Wiener Staatsoper ein sehr interessantes und prominentes Verhältnis. Er überrascht mich damit, dass er die Musik von Richard Wagner liebt, merkt aber auch an, dass sich diese Liebe ausschließlich auf dessen musikalisches Werk bezieht. Kein Geheimnis macht Hoscher, der zwischen 2002 und 2006 auch als Abgeordneter zum Nationalrat Tourismussprecher seiner Partei war, aus seiner Passion für Blues, Rock und Soul.

Der Manager, der selbst Gitarre und Bass spielt, veranstaltet seit nunmehr neun Jahren gemeinsam mit
Ing. Wolfgang Windbacher das Vienna Blues Spring. Ein Festival, welches auch heuer wieder zwischen 20. März und 30. April stattfindet. Verteilt über ganz Wien (Reigen, Haus der Musik, Mozarthaus Vienna, Theater Akzent) geben sich dort Musikergrößen, wie Fabian Anderhub, Eddie „Devilboy“ Turner, Jeremy Spencer (Fleetwood Mac), Larry Garner und unzählige andere mehr ein Stelldichein. Als künstlerischer Leiter und Kurator dieses Festivals mutiert Hoscher somit regelrecht zu einem Marathonmann in Sachen Blues.

Damit nicht genug, ist Hoscher ständiger Mitarbeiter des Magazins CONCERTO. Einer Fachzeitschrift für Jazz, Folk, Blues & Worldmusik. Ein Format, welches seit bereits 21 Jahren besteht und bei dem Hoscher für die Musiksparte Blues (Head of Blues) schreibt. Als Autor von Fachbüchern über Blues, Jazz und Wirtschaft begegnet mir ein Gleichgesinnter, der weiß, was es heißt sich für Kunst und Kultur einzusetzen und dies auch noch zu Papier zu bringen. Dass die Chemie zwischen uns stimmt, bemerkt Hoscher bereits zu Beginn des Interviews. Und so macht es auch richtig Spaß ihm zuzuhören und mir über die vielen Größen des Musik- und Showbiz, welche er im Laufe der Jahre persönlich kennengelernt hat erzählen zu lassen.

Er erinnert sich, dass er über „The Who“ (Anm. d. Red.: Eine der bedeutendsten britischen Rockbands der 1960er und 1970er Jahre.) zur Musikrichtung des Blues gekommen ist. Er kennt Roger Daltrey, den Sänger und Mitbegründer von „The Who“ und kann sich maßlos für den Blues-Gitarristen Luther Allison (Gest. 1997 in Madison, Wisconsin) begeistern. Aber auch die Blues-Musiker Hans Theessink (Niederländischer Blues-Gitarrist, der in Wien lebt.), Charlie Musselwhite oder der Rockmusiker Alice Cooper zählen zum Freundes- beziehungsweise Bekanntenkreis des Mannes, bei dem ich mir geschworen habe nicht mehr als 600 Worte über ihn zu schreiben (Anm. d. Red.: Tja, der Schuss ging nach hinten los!).

Privat ist der deklarierte Jünger der Religionsgemeinschaft „SK Rapid“ seit 36 Jahren mit seiner Frau glücklich zusammen und hat eine 22 Jahre junge Tochter. Apropos Rapid! Hoscher, der auch Vorsitzender im Kuratorium des legendären Clubs ist, deklariert auf meine Frage nach den für ihn wichtigsten Dingen in seinem Leben vier Eckpunkte: Familie, Beruf, Musik und Fußball! Letzterer erklärt auch meine eingangs erwähnte Feststellung, dass Hoscher zwar kein Vulkanier ist, als Rapid-Anhänger aber über grünes Blut verfügt.

Auf meine Frage, wie er sich selbst sieht, antwortet der Mann, der mir kurz zuvor das Du-Wort angeboten hat:
„Ich weiß nicht, ob ich mit mir befreundet sein will. Ich möchte jedoch nicht mit mir befeindet sein!“ Eine Selbsteinschätzung, die ich auf einen weichen Kern hinter einer sonst rauen Schale zurückführe. Mein Eindruck von ihm ist, dass ich zwar nicht nach Mag. Hoscher gesucht, aber dafür den Dietmar gefunden habe! (pa)

Beitrag: März 2013

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