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Die lustige Witwe - UNISONO.co.at

Volksoper

„Geh weg, i mog di net!“

Kennen Sie eigentlich das Prinzip der „codierten Aussage“? In keinem anderen Bereich des menschlichen Lebens, wird häufiger etwas gesagt oder getan, das genaugenommen das Gegenteil von dem ist, was man tatsächlich zum Ausdruck bringen will. Gemeint ist hierbei natürlich die Liebe. Dabei könnte es so leicht sein, wenn man besagte „codierten Aussagen“ entschlüsseln könnte. So hat auch „Hanna Glawari“ (super Alexandra Reinprecht) in Franz Lehárs Operette „Die lustige Witwe“, der letzten Premiere an der Wiener Volksoper für diese Spielzeit, ihre Probleme damit festzustellen, wer sich für sie oder nur für ihr Vermögen interessiert.

Gesanglich und darstellerisch sind Daniel Schmutzhard als „Graf Danilo“ und Alexandra Reinprecht als „Hanna Glawari“, das Traumpaar dieser Edelinszenierung von Marco Arturo Marelli, welcher auch für das prunkvolle und oscarverdächtige Bühnenbild verantwortlich zeichnet. Ein weiterer Ohren- und Augenschmaus - in diesem Fall besonders für das weibliche Publikum - ist Mehrzad Montazeri als „Camille de Rossilon“. Robert Meyer als „Njegus“ ist nicht nur lustig, sondern beweist einmal mehr, wie viel körperliche Fitness man heute fürs Musiktheater braucht. Ebenfalls ist das Dirigat von Henrik Nánási zu loben, welcher der wundervollen Musik Lehárs, gemeinsam mit dem tollen Orchester der Wiener Volksoper, alle Ehre macht.

Aber zurück zu den anfangs zitierten „codierten Aussagen“. Wenn also scharenweise die Männer ausrufen „Ich liebe Sie!“, entspricht das dann automatisch der Wahrheit? Oder sollte man(n) beziehungsweise frau, lieber auf Zwischentöne achten? „Danilos“ strikte Weigerung, „Hanna“ seine Liebe durch die berühmten „drei Worte“ zu gestehen, erinnern doch sehr an einen oft frequentierten Satz: „Geh weg, i mog di net!“ Übersetzt oder „entschlüsselt“ man diesen, bedeutet er oftmals nichts anderes als „Ich liebe Dich!“ Eine bis heute gängige Praxis in zwischenmenschlichen Beziehungen, welche Lehárs bekanntestes Werk seit 106 Jahren in die Zukunft transportiert. Also aufgepasst! Wer weiß schon, wo die Liebe hinfällt …?

Premiere: Spielzeit 2010/2011

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