UNISONO.co.at


Direkt zum Seiteninhalt

Die Fledermaus in Steyr - UNISONO.co.at

Events

Wenn Lufti seinen Frosch rausholt

Nein, hierbei handelt es sich nicht um eine Fortsetzung von „Liebesgrüße aus der Lederhos‘n“! Obwohl das ländlich, (un)sittliche (?) Städtchen Steyr sicherlich auch für einen schlüpfrigen Lendenbrenner der Machart von Franz Marischka herhalten könnte. Tatsächlich befinden wir uns beim Musikfestival in Steyr, welches diesen Sommer „Die Fledermaus“ aufführte.

Im wunderbaren Ambiente des Schloss Lamberg inszenierte
Susanne Sommer eine „Fledermaus“ der ganz anderen Art. Mit verstärktem Einsatz von Blasinstrumenten (Anm. d. Red.: Wortspiel nicht beabsichtigt!) schafft Dirigent Siegfried Andraschek eine völlig neue musikalische Interpretation des Johann-Strauß-Klassikers rund um die Rache eines als Fledermaus verkleideten und deshalb verlachten Freundes (Rafael Fingerlos erstklassig als „Dr. Falke“) an seinem Spötter (witzig Daniel Serafin als „Gabriel von Eisenstein“).

Ganz auf die Zeichen der Zeit abgestimmt, konzentriert sich die mustergültig modernisierte Regie auf Smartphone und Handymania, ohne dabei das Stück zu stören. Gesanglich glänzen Beate Ritter als „Adele“, Volksopern-Stimmwunder Vincent Schirrmacher als „Alfred“ und Daniel Serafin als sehr jugendlicher „Gabriel von Eisenstein“. Die stimmliche Überraschung (Anm. d. Red.: Für mich nicht überraschend!) dieser Produktion ist Martina Dorak als „Rosalinde“, die die Partie bravourös meistert und der Rolle durch ihre moderne und heutige Performance völlig neue Facetten abgewinnen kann.

Komödiantisches Highlight dieser Produktion ist aber Kammersänger Josef Luftensteiner als „Gefängnisdirektor Frank“, der nicht nur stimmlich überzeugt sondern auch durch aberwitzige Wortspiele (O-Ton: ‚Verzeihen sie mir meine Inkontinenz …!‘) selbst den „Gefängnisdiener Frosch“ (sehr lustig Josef Krenmair) an die Wand spielt. In einer Szene gibt sich „Frank“ (Luftensteiner) Gabriel von Eisenstein als Gefängnisdirektor zu erkennen. Als ihm dieser nicht glaubt, droht Frank damit: „Ich hol‘ sofort meinen Frosch heraus!“ Dabei war selbstverständlich der Gefängnisdiener Frosch gemeint. Wer daraus andere Schlüsse zieht, dem kann ich versichern, dass auch der restliche Theaterabend jugendfrei verlaufen ist und etwaige kleinere oder größere „(Uhr)zeiger“ sittsam in ihrem Futteral blieben.

Fazit: Das tolle Dirigat von Siegfried Andraschek und die progressive Inszenierung von Susanne Sommer zeigen, dass man selbst einem Operetten-Klassiker wie der „Fledermaus“ noch etliches an Gagpotenzial entlocken kann. Auch Bühnenbild (Georg Lindorfer) und Kostüme (Caterina Visconti) begeistern durch hohe Qualität und Originalität! Nur den „Frosch“ werde ich dem Kammersänger Luftensteiner noch lange vorhalten! Oh mein Gott, was schreib‘ ich da? (pa)

Beitrag: August 2014

Start | Über uns | Volksoper | Staatsoper | Zur Person | Komponisten | Events | Film & TV | Thema | Reise | Galerie | Impressum | Sitemap


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü