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Der Zauberer von Oz - UNISONO.co.at

Volksoper

Hexen hexen …

… oder reiten auf dem Besen. So sagt man. Auch sagt man, dass sie Kinder am Spieß rösten und sich mit dem Teufel paaren. In der realen Welt fassen Hexen nur in den seltensten Fällen einen Besen oder Staubsauger an, geschweige denn, dass sie darauf reiten! Auch rösten sie keine Kinder am Spieß, sondern verbraten viel eher das sauer verdiente Geld ihres geehelichten armen Teufels, bevor sie ihn dann zumeist frühzeitig unter die Erde genervt haben. Eines haben die Hexen aus dem Märchen mit denen aus der realen Welt aber gemeinsam: Sie wollen immer das letzte Wort haben! Aber Gott sei Dank nicht in jedermanns Welt!

In der wunderbaren Welt des Musicals „Der Zauberer von Oz“ nach einem Roman von L. Frank Baum sowie der Musik und den Gesangstexten von Harold Arlen und E. Y. Harburg, der aktuellen Musical-Neuproduktion der Spielzeit 2014/2015 an der Volksoper Wien, gibt es auch gute Hexen. Dazu aber etwas später!

„Dorothy Gale“
(bezaubernd Johanna Arrouas) ist ein liebenswertes und herzensgutes Mädchen, das bei ihrem „Onkel Henry“ (sehr gut Wolfgang Gratschmaier) und ihrer „Tante Em“ (fabelhaft Regula Rosin) auf einer Farm in Kansas lebt. Da Onkel und Tante die meiste Zeit dafür aufbringen die Farm zu bewirtschaften, konzentriert Dorothy sehr viel ihrer Liebe auf ihren Hund „Toto“. Ebenfalls auf dem Hof arbeiten „Hunk“ (mit akrobatischen Höchstleistungen Peter Lesiak), „Hickory“ (sehr lustig Oliver Liebl) und „Zeke“ (super Martin Bermoser), welche drei aufrichtige Freunde für Dorothy sind. Aber „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt“ (Zitat aus „Wilhelm Tell“ von Friedrich von Schiller.).

Der böse Nachbar ist in diesem Fall weiblich und heißt „Miss Almira Gulch“ (sensationell bösartig Christian Graf, der auch „die böse Hexe des Westens“ verkörpert). Diese fühlt sich durch Dorothys kleinen Hund Toto belästigt, ja sie fürchtet sich sogar vor ihm. Daher will sie Toto vom Sheriff töten lassen. Sie holt den Hund ab. Der jedoch entwischt der alten Beißzange und flüchtet zurück zu Dorothy. Um einer erneuten Trennung von Toto zu entgehen, reißt Dorothy mit ihrem kleinen Hündchen von zuhause aus. Unterwegs trifft sie auf „Professor Marvel“ (sehr witzig und originell Robert Meyer), einem vermeintlichen Wahrsager, der ihr einredet, dass ihre Tante todkrank sei. Als Dorothy das hört, will sie sofort nach Hause. Daheim angelangt flüchtet sie ins Farmhaus. Doch ein Sturm wirbelt sie samt Haus davon. Direkt ins zauberhafte Land von Oz.

Da Dorothy mit dem Farmhaus direkt in Munchkin City auf der bösen Hexe des Ostens landet, und diese zerquetscht, ist das kleine Zwergenvölckchen von der Schreckensherrschaft der bösen Osthexe befreit. Doch schon naht der nächste Verdruss. Es erscheint „die böse Hexe des Westens“ (in einer Doppelrolle Christian Graf), ihres Zeichens die Schwester der „teuren“ Verblichenen. Sie beansprucht die roten Schuhe ihrer Schwester für sich, welche deren Träger sehr mächtig machen. Doch diese hat Dorothy plötzlich an ihren Füßen.

Da taucht „Glinda die gute Hexe des Nordens“
(ebenfalls in einer Doppelrolle Regula Rosin) auf, und rät Dorothy in die Smaragdstadt zum „Zauberer von Oz“ (Robert Meyer) zu gehen. Der wüsste den Weg heim nach Kansas. Über die Goldziegelstraße macht sich das Mädchen auf den Weg in die Smaragdstadt Emerald City. Auf ihrer Reise begleiten sie drei Freunde: Eine Vogelscheuche, die sich sehnlichst ein Hirn wünscht, ein Blechmann, der so gerne ein Herz hätte und einem feigen Löwen, welcher unbedingt mutig sein möchte. Alle vier versprechen sich vom Zauberer von Oz Hilfe! Der verspricht seine Unterstützung, wenn ihm das Vierergespann plus Hund den Besen der bösen Hexe des Westens bringt. Wie das Abenteuer ausgeht, erfahren Sie in der Wiener Volksoper!

Mit dieser von Henry Mason erstklassig inszenierten Produktion, liegt die Volksoper Wien fast kongruent an der Hollywood-Verfilmung „Das wunderbare Land“ (Originaltitel: „The Wizard of Oz“) aus dem Jahr 1939. Das Haus am Währinger Gürtel hat keine Mühen und Anstrengungen gescheut und mit diesem Musical einen Sensationserfolg gelandet, der seinesgleichen sucht! Ein tolles Bühnenbild und super Kostüme von Jan Meier sowie ein Spitzen-Dirigat von Lorenz C. Aichner bieten hervorragende Voraussetzungen für ein durch die Bank großartiges Ensemble!

Johanna Arrouas als „Dorothy“ ist gesanglich und darstellerisch sensationell und weckt bei jedem Mann sofort den Beschützerinstinkt! Regula Rosin ist gleichsam eine kämpferische „Tante Em“ und eine berührende „Hexe Glinda“, die einmal mehr beweist, welch tolles gesangliches und darstellerisches Aushängeschild sie für die Volksoper ist! Wolfgang Gratschmaier als „Onkel Henry“ und in der Rolle als „Wächter der Smaragdstadt“ punktet super durch geistreichen Witz und Schmäh. Peter Lesiak als „Hunk“ beziehungsweise als „die Vogelscheuche“, Oliver Liebl als „Hickory“ und als „der Blechmann“ und insbesondere Martin Bermoser als „Zeke“ und „der Löwe“ dürfen unter keinen Umständen vergessen werden! Sie geben gesanglich, darstellerisch und akrobatisch eine super Performance ab! Robert Meyer als „Professor Marvel“ und als „der Zauberer von Oz“ zeigt einmal mehr, wie charismatisch er die unterschiedlichsten Charaktere auf der Bühne mimen kann! Unbedingt erwähnt werden muss aber Christian Graf, der als matronenhafte „Miss Gulch“ und als giftgrüne „böse Hexe des Westens“ herrlich schauerlich und gleichzeitig lustig das Publikum fasziniert!

Fazit: Ein Bombenerfolg und ein Spaß für den Zuschauer, der auch den Schluss zulässt, dass nicht jede Hexe böse ist oder einen Besen reiten muss! Und sollte man in der realen Welt einer bösen Hexe begegnen, dann lacht man sie am besten aus! Das hilft! Glauben Sie mir! (pa)

Premiere: Spielzeit 2014/2015

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