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Comedian Harmonists - UNISONO.co.at

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Gestern ist immer noch heute

Wenn man heute an „Boygroups“ denkt, fallen einem sofort diverse Zusammenrottungen von androgyn wirkenden Burschen ein, welche ihre teils sinnlosen Texte zu lauter Musik vor kreischenden jungen Mädchen zum Besten geben. Denkt man in der Geschichte zurück, erinnert man sich als Erstes an die legendären Beatles. Noch füher - etwas mehr als 30 Jahre vor den Pilzköpfen - waren es jedoch die Comedian Harmonists, die sich von einem Erfolg zum Anderen sangen und blödelten.

Das 1928 gegründete Vokalensemble wurde berühmt durch Lieder, wie „Mein kleiner grüner Kaktus“, „Ein Freund, ein guter Freund“, „Veronika, der Lenz ist da“, „Irgendwo auf der Welt“ und viele andere mehr. Mehr als 80 Jahre später finden sich wieder Künstler zusammen, um das musikalische Schauspiel
„Comedian Harmonists“ von Ivaylo Guberov und Michael Rot, im Rahmen eines Sondergastspiels im Theater Center Forum aufzuführen.

Die „Comedian Singers“ bestehend aus Ivaylo Guberov („Robert Biberti“), Michael Rot („Erwin Bootz“, am Klavier), Dieter Kschwendt-Michel (in diversen Partien), Thomas Markus („Ari Leschnikoff“), Gernot Heinrich („Erich A. Collin“), Georg Lehner („Roman Cykowsi“) und Jörg Westerkamp („Harry Frommermann“), lassen die einstige „erste Boygroup“ der späten 1920er und beginnenden 1930er Jahre, lustig aber auch sehr nachdenklich wieder zum Leben erwecken.

Detailverliebt und gesanglich erstklassig zeigen die „Comedian Singers“ die Anfänge, die Erfolge und den politisch bedingten Zerfall der Truppe aufgrund des beginnenden Nationalsozialismus. Dass die Vergangenheitsbewältigung nicht früh genug beginnen kann, zeigt die Aussage eines Jugendlichen. Bei einer Aufführung vor Schülern, wurde beim Anblick der Hakenkreuzfahne die Frage gestellt: „Was ist denn das für ein cooles Logo?“

Leider darf man sich über derart erschütternde Unwissenheit nicht wundern. In vielen (nicht allen) Köpfen, der seinerzeitigen Kinder der Tätergeneration, wurde und wird der Ungeist der wohl schrecklichsten Jahre unserer Geschichte verdrängt, beziehungsweise immer noch verherrlicht. Bestes Beispiel hierfür ist die vielzitierte Aussage „Des hätt’s unterm Hitler net gebn!“. Aber das ist eben ein Produkt der „großdeutschen Kinderstube“ und somit ein Relikt der Vergangenheit! Oder …? (pa)

Beitrag: Juni 2012

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