UNISONO.co.at


Direkt zum Seiteninhalt

Beate Ritter - UNISONO.co.at

Zur Person

„Mei Mama würd‘ sagn, i bin a Leischn.“

Haben Sie sich eigentlich schon mal gewünscht, zehn Jahre jünger zu sein? Nicht zwangsläufig, um dem Jugendlichkeitswahn unserer Zeit zu entsprechen, sondern wegen eines männlichen oder weiblichen Gegenübers, das Sie verzaubert hat? Wie auch immer, mir ist sowas natürlich passiert.

Sie ist jung, hochbegabt und außerordentlich attraktiv! Seit der Saison 2010/11
(2010 Debüt als „Blondchen“ in Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“) ist Beate Ritter fixes Ensemblemitglied der Volksoper Wien. Geboren wurde die junge Sopranistin in Grieskirchen im oberösterreichischen Hausruckviertel. „Noch bevor ich sprechen konnte, habe ich bereits gesungen“, erinnert sich die Künstlerin an eine Aussage ihrer Mutter. Und dann kam jener wegweisende Besuch ihrer Eltern im Theater an der Wien, wo man gerade „Das Phantom der Oper“ aufführte. Als die damals gerade einmal sechs Jahre junge Beate nicht mit in die Vorstellung durfte, protestierte sie so heftig, dass Vater und Mutter Ritter klein beigeben mussten und das „renitente“ Fräulein Tochter mit ins Theater nahmen. Die sang auch gleich eifrig mit, was den kurze Zeit später geäußerten Berufswunsch „Musical-Star“ zu werden, zur Folge hatte.

Nach Gymnasium und Matura, an dem sie bereits Unterricht in Querflöte und Klavier erhielt, besuchte Ritter die Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien, wo sie im Fach Musical ihr Diplom machte. Zwischendurch arbeitete die junge Künstlerin bei einer Kaffeehandelskette als Verkäuferin in einer der Filialen. Eine Erfahrung, an die sie nur mit Unbehagen zurückdenkt, da man in diesem Unternehmen wenig Verständnis für ihre künstlerischen Ambitionen hatte und sie deswegen oftmals schikaniert wurde. Da aber der Lebensunterhalt und das Studium finanziert werden mussten, lässt sich dieser Job mit dem vielzitierten Satz ‚Sie war jung und brauchte das Geld.‘ absolut nachvollziehen.

2006 begann Ritter ihr Studium des klassischen Sologesangs am Konservatorium der Stadt Wien (Abteilung Gesang und Oper). Ihr Lehrer Kai Wessel holte Ritter in seine Klasse, und bündelte die Talente und Energien der Sängerin, die - wie sie selbst sagt - ‚ständig unter Strom steht.‘ Ihren Bachelor machte Ritter im Juni 2010. Einen Tag nach ihrem Volksopern-Debüt!

Erste Auftritte während des Studiums, konnte die Gewinnerin des Klassikmania-Gesangswettbewerbs 2009 (1. Preis und Hauptpreis), bereits vorweisen. So zum Beispiel im Theater an der Wien, wo sie 2009 als „Yniold“ in Claude Debussys
„Pelléas et Mélisande“ debütierte. An der Wiener Volksoper, der sie - wie bereits eingangs erwähnt - seit der Spielzeit 2010/11 angehört, war sie unter anderem als „Frasquita“ in Bizets „Carmen“, als „Adele“ in der „Fledermaus“ und als „Papagena“ in der „Zauberflöte“ zu sehen. In der Saison 2011/12 ist Beate Ritter als „Paquette“ in Leonard Bernsteins „Candide“, als Sopranstimme in „Carmina Burana“, als „Anna Reich“ in Otto Nicolais „Die lustigen Weiber von Windsor“ sowie aktuell als „Belotte“ in Leo Falls Operette „Madame Pompadour“ zusätzlich im Einsatz.

Eine besondere Beziehung hat Ritter zur Rolle der „Adele“. Sie interpretiert diese als eine gewiefte Überlebenskämpferin, die noch viele Facetten hat. „Ich bin lieber eine perfekte „Adele“, als eine halbherzig gespielte „Rosalinde“, definiert Ritter die Darstellung dieser beiden doch unterschiedlichen Charaktere des Johann-Strauß-Evergreens.

Selbstverständlich passierte auch just in der
„Fledermaus“ eine der wohl lustigsten und frivolsten Pannen, welche das eigentliche „Salz“ jeder Produktion erst ausmachen. Nämlich als Gerhard Ernst in seiner Rolle als Gefängniswärter „Frosch“, der Gürtel auf der Bühne aufsprang. Dies ausgerechnet in einer gemeinsamen Szene mit Sexy-„Adele“ Beate Ritter. Einziger Kommentar des liebenswerten Brummbären: „Erschütternd!“

„I prefer the new edition of the Spanish inquisition, than I ever let a woman in my life!“ So heißt es ja bekanntlich im Musical-Klassiker „My Fair Lady“, in dem Ritter im Sommer bei den Festspielen des Musikfestivals Steyr als „Eliza Doolittle“ zu sehen ist. Keine passendere Interpretin, hätte man für diese Partie finden können. Denn der hausruckviertler „Wildfang“, ist alles andere als eine „Zimperliese“!

So ist es auch wenig verwunderlich, dass Beate Ritter privat kein Kind von Traurigkeit ist.
„Als ich nach Wien gegangen bin, hab ich das „Grieskirchner“ sehr vermisst!“ trauert sie ihrem Lieblingsbier hinterher. „Des erste was i g’mocht hob woa, dass i des kistenweis‘ nach Wien „importiert“ hob!“ (Anm.d.Red.: Für die Erwähnung dieser „Schleichwerbung“ erwarten wir uns selbstverständlich eine satte „Spende“ der Brauerei!).

Möglichst viel Zeit widmet Ritter ihrem Hund Viki. Ein Langhaarschäferhund, den die Künstlerin gerne als „humorvollsten Hund der Welt“ bezeichnet. Reiten (Dressur!), Schwimmen (deklarierter „Wasserratz“) aber auch Theaterbesuche (bevorzugt Oper in der Volksoper) und gutes Essen, sind die weiteren Freizeitaktivitäten der Sängerin, die gerne auch mit Freunden gemütlich zusammensitzt. Das wird dann auch prompt kommentiert: „Mei Mama würd‘ sagn, i bin a Leischn.“ (Für unsere deutschen Leser: Meine Mama würde sagen, dass ich gerne Gesellschaft habe.). Wundert es Sie da, dass ich liebend gerne mit „Professor Higgins“ tauschen würde, um nur einmal ausrufen zu dürfen: „Beate, wo zum Teufel sind meine Pantoffel?“ (pa)

Beitrag: Spielzeit 2011/2012

Start | Über uns | Volksoper | Staatsoper | Zur Person | Komponisten | Events | Film & TV | Thema | Reise | Galerie | Impressum | Sitemap


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü